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Wieder zunehmen

(K fragte am 15.08.2009 um 10:22:54)

Ich habe im Oktober bei einer Größe von 171 mit 65 kg begonnen abzunehmen. Privat ist bei mir um die Jahreswende so unglaublich viel passiert, dass der Gewichtsverlust das einzige war, wo ich mich anhalten konnte, also hab ich weitergemacht, nur um zu sehen, wie weit ich gehen kann.

Meine Familie hat im Frühjahr dann begonnen ihre Sorge um meinen Zustand zuerst hinter meinem Rücken, dann auch mir gegenüber zu äußern.

Ich hab inzwischen eingesehen, dass bei mir etwas falsch läuft, in vielen Bereichen. Mein Denken dreht sich viel zu sehr ums Thema Essen / Gewicht/ Schuld/ Leistung und darum, wie liebenswert oder stark oder \"gut\" man deshalb ist. Ich starte demnächst mit einer Theapie. Mittlerweile wiege ich 46 kg und fühl mich damit nicht sonderlich gut... Ich weiß, dass es zu wenig ist. Ich versuche normal bis zuviel zu essen, kämpfe iommmer wieder mit dem schlechten Gewissen oder der ( oft leider begründeten) Angst, dann nicht mehr mit dem Essen aufhören zu können. Ich habe privat immer noch viel Stress und merke, dass das natürlich auch viel Energie schluckt, versuche aber wirklich ausreichend zu essen. Lobe mich für nahrhaft-gesunde Snacks wie Nüsse, Vollkorn, nicht-fettreduzierte Produkte... und dennnoch, es ist so frustrierend, ich bin aufgebläht, fühl mich satt, manchmal übersatt, aber ich nehme nicht zu.

Ich muss mich ermutigen, \"gute\" also vollwertige Lebensmittel zu essen und nicht den ganzen Zuckerkäse, weil der zwar zulegen lässt, aber wieder Vitamine entzieht, genau wie Alkohol. Darauf achte ich, es gelingt aber nicht immer, manchmal esse ich schon zuviel Süßes.

Ich merke, dass meine Laune seit ich wieder \"normal\" esse viel besser ist, aber dass ich nicht zunehme, frustriert mich. Ich bemüh mich doch wirklich! Ich esse auch wieder Sachen, die ich ganz gem,ieden hab, selten, weil es mich viel Überwindung kostet und ich eben die Angst vorm nicht-aufhören können habe, aber immer hin, ich hab mit wieder alles erlaubt. Ich darf alles essen. Aber die Waage bleibt hart.

Wie dünn ich wirklich bin, erkenne ich aber nur auf Fotos, der piegel sagt mir, ok du bist dünn, aber eigentlich schön dünn, nicht krank dünn.
Körperlich hab ich noch keine auffälligen Probleme, außer, dass ich nicht wirklich lange sitzen kann, bzw machmal einfach früher die Konzentratioon nachlässt als bei anderen und dann eben eine Pause brauche.

Was mach ich falsch? Warum freut sich mein Körper nicht über \"das neue Nahrungssortiment\" und leght zu? Warum geht das schlechte Gewissen nicht weg, wenn man doch im Kopf weiß, dass man zulegen soll. Jetzt denk ich weider übers Essen nach, zwar in die andere Richtung, aber wirklich glücklich bin ich damit auch nicht, weil Essen wieder so viel Platz in meinem Leben einnimmt. Ich möchte, dass Essen ein Thema ist, dem man nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig schenkt, also bis zur Sätrtigung, ab und zu eine kleine Sünde. Essen soll Genuss sein, aber nicht der Lebensinhalt!

Mein Kopf weiß das alles und mein Körper spielt einfach nicht mit...


Das war jetzt ganz schön viel..

könnt ihr mir neue Ansätze geben, Tipps, vieleicht eine neue Perspektive zeigen, die ich noch nicht finde?

lg K

(INTAKT antwortet am 17.08.2009 um 13:06:48)

Hallo!
Vorweg Gratulation zu Ihrem Entschluss, demnächst eine Psychotherapie zu starten. Dies ist ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Essstörungserkrankung. In dieser Therapie haben Sie dann die Möglichkeit, die Hintergründe Ihrer Essstörung zu entdecken und zu bearbeiten.
Ihren Unmut und Ihre Sorge, dass Ihr Körper auf die beginnende Nahrungszufuhr nicht Ihren Vorstellungen entsprechend reagiert, kann ich gut nachvollziehen. Warum dies so ist und Ihr Körper derzeit so und nicht anders reagiert, kann ich Ihnen auf Grund Ihrer Zeilen leider auch nicht beantworten. Ich würde Ihnen aber sehr empfehlen, sich mit einer Ärztin, die auf Essstörungseerkrankungen spezialisiert ist, in Verbindung zu setzen. Eine ärztliche Abklärung ist bei Essstörungen immer, und nicht nur in Ihrem Fall, notwendig. Diese Ärztin kann Ihnen auf der körperlichen Ebene eine hilfreiche Unterstützung sein, um auch hier wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die nächsten notwendigen Schritte auf dem Weg in die Gesundung!

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