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Wie bringe ich meine Mama zu einer Therapie?

(Chrissi fragte am 21.07.2009 um 11:15:55)

Hallo!

Ich bin ein bisschen verzweifelt wegen meiner Mama. Sie ist seit über 20 Jahren stark übergewichtig obwohl sie in ihren Jugendjahren immer total schlank war (inzwischen ist sie schon 50 Jahre). Sie meint weil sie mich so spät bekommen hat (erst mit 35) hat sie dann so viel zugenommen.
Sie hat oft diverse Diäten ausprobiert und mich auch immer wieder zum mitmachen motiviert, aber mir war das immer zu blöd. Inzwischen geht es ihr gesundheitlich nicht so gut und wir streiten uns wenn ich was wegen dem ungesunden Essen sage dass sie immer zubereitet.
Sie will einfach nicht auf mich hören. Ich bekomme mit dass sie immer wieder große Mengen in sich reinstopft, gerade auch dann wenn sie mit dem Papa gestritten hat. Sie glaubt ich weiß nichts davon aber ich finde immer wieder ihre heimlichen Verstecke wo sie Schoko und so hortet.
Es kotzt mich mittlerweile wirklich schon an - ich mag einfach nicht mehr zuschaun. Aber ich weiß wenn ich sie drauf anspreche blockt sie wieder ab. Nur wenn sie mit dem Papa streitet regt sie sich nachher bei mir über ihn auf - und das mag ich überhaupt nicht!
Sie hat auch keine Freundinnen mehr - sie meint sie kann einfach nicht so gut mit anderen Frauen.
Mir ist inzwischen klar dass ihre Fressanfälle wegen dem Streiten mit dem Papa kommen aber warum lässt sie sich nicht helfen?
Haben Sie vielleicht einen Vorschlag was ich zu ihr sagen könnte damit ich sie zu einer Therapie oder wenigsten zu einer Ernährungsberatung überreden kann?

MFG Chrissi

(INTAKT antwortet am 21.07.2009 um 21:05:04)

Liebe Chrissi, aus Deinen Zeilen (darf ich du sagen)lese ich Sorgen heraus, die Du Dir um Deine Mutter machst, und sie sind sehr verständlich. Wichtig ist, daß Du diese Sorgen in klarer Haltung ausdrückst und dich nicht in Vorwürfen oder Vorhaltungen verstrickst. Natürlich sind die Streitereien deiner Eltern auch für Dich belastend, doch es ist die Verantwortung Deiner Eltern, wie sie miteinander umgehen, sowie es die Verantwortung Deiner Mutter ist, wie sie mit sich umgeht. Aber Du kannst immer wieder Deine Traurigkeit, Deine Ratlosigkeit, auch vielleicht Deine Wut oder Deine Ohnmacht zum Ausdruck bringen oder Dein Bedürfnis, daß man Dich raushält aus diesen Streitereien. Du kannst ganz klar sagen, daß Du damit nicht belastet werden willst und daß Du das Kind bist, das beide Eltern mag. Wenn es dir gelingt, immer wieder Deine Gefühle auszudrücken und Dein Bedürfnis nach ausgewogenem und gesundem Essen zu artikulieren, dann kann Deine Mutter vielleicht leichter für sich Hilfe in Anspruch nehmen, weil ihr eventuell bewußter wird, wie sehr auch Du Dich belastet fühlst. Viele Menschen glauben, daß es ein Zeichen von Schwäche ist, wenn man es nicht alleine schafft, doch es ist ein Zeichen von Eigenverantwortung, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Jemand Aussenstehender tut sich leichter, den Fokus auf Lösungen und konstruktive Veränderungen zu richten. Durch Beratungsgespräche bekommt man wieder Zugang zu eigenen Fähigkeiten, mit schwierigen Situationen neu umgehen zu lernen.
Hinter Deinen Sorgen lese ich viel Liebe zu Deiner Mutter heraus - und sicher auch zu Deinem Vater-, vermittle sie ihr UND die Verantwortung für ihre Gesundheit hat trotzdem allein Deine Mutter!
Laß Dich überraschen, was sich verändern kann, wenn Du was Neues ausprobierst!Alles Gute!

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