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Anorexie bei grenzwertigem Gewicht?

(Anonym fragte am 21.06.2009 um 16:27:13)


ich bin auf der Suche nach etwas Orientierung auf Ihre Homepage gestoßen. Bei mir hat sich eine gewisse Verzweiflung breitgemacht, weil ich mich einfach nicht einzuordnen weiß bzw. auch viele widersprüchliche Einschätzungen erhalte.
Also, die Situation ist folgendermaßen:
Vor drei Jahren habe ich mit einer Gewichtsreduktion begonnen, da ich sonst nicht verbeamtet worden wäre . Konkret waren das über 55 kg von 105 auf nun durchschnittlich ca. 49 -50 kg. Der Unterschied ist natürlich krass, was viele bereits vor einigen Monaten auf den Plan gerufen hat, sich ernsthafte Sorgen zu machen. Mein BMI schwank so von ca. 17, 3 bis manchmal auch 18, ... . Nun ist das ja der Grenzbereich zur Anorexie. Aus meinen bisherigen Recherchen weiß ich, dass das Leitsymptom ein BMI unter 17,5 ist (und dann nebenbei noch andere Kriterien erfülllt sein müssen, um magersüchtig zu sein). Die Kritierien scheinen sehr streng festgelegt zu sein (was man schon an den Formulieren entnehmen kann). Das wiederum führt bei mir dazu, dass ich eben nie genau weiß, ob ich mir nun ernsthafte Sorgen machen muss, weil ich bereits anorektisch bin, oder nicht. Denn in vielen der anderen Symptome erkenne ich mich nämlich schon wieder (wenn ich ehrlich bin):
So zähle ich praktisch jede Kalorie, die ich zu mir nehme, und versuche, einzusparen, wo es gerade geht (Ich verzichte z. B. auf die Lightlimonade, weil die 5 kcal pro Glas hätte, Wasser aber gar keine). Auch macht es mir Angst, satt zu sein (obwohl ich schon Hunger habe!). Der tägliche Gang zur Waage ist gerade im Moment mit großer Angst verbunden, weil ich unter mysteriösen Umständen von einem Tag auf den anderen zwei Kilo mehr habe - für mich eine Niederlage, die es wieder auszubügeln gilt. Lange habe ich mich auch als tatsächlich dünn gesehen, wobei ich im Moment beginne, gerade meine Oberschenkel als alles andere als dünn wahrzunehmen. Meine Periode wird zumindest schwächer, verspätet sich immer öfter. Ich habe einen sehr niedrigen Blutdruck (85 zu 48, Puls 55). Und dann ist da immer dieser Gedanke an das Essen: "Eigentlich habe ich jetzt Hunger, aber ich muss noch warten, es ist noch zu früh. Was darf ich heute noch essen, wenn ich jetzt ... esse?" Ich versuche gerade im Moment, ja nicht über 1200 kcal am Tag zu kommen. Wenn Menschen mir sagen, ich solle mindestens 2000 kcal essen, dann löst das bei mir die Angst aus, ich würde dann in kürzester Zeit radikal zunehmen.
Das alles ist natürlich schon nicht ganz normal, das ist mir schon klar. Aber ich bin gewichtsmäßig eben grenzwertig. Laut BMI bin ich mit 49, 5 kg im Anorexiebereich, mit 52,5 aber schon wieder normalgewichtig. Wie soll ich mich da einschätzen? Das sind ja beinahe schon Tagesschwankungen.
Es wäre lieb, wenn Sie mir vielleicht eine kurze Rückmeldung geben könnten.

LG

(INTAKT antwortet am 24.06.2009 um 08:08:36)

Wegen technischer Probleme leider erst heute unsere Antwort:
Zu erst einmal Gratulation, daß Sie über einen so langen Zeitraum Ihr Gewicht reduziert haben! Dies läßt vermuten, daß Sie gut medizinisch und vielleicht auch therapeutisch begleitet waren. Daß Sie sich jetzt verunsichert fühlen, mag damit zusammenhängen, daß Sie jetzt das Ende Ihrer Abnehmphase erreicht haben und noch nicht das Vertrauen haben, Ihr Gewicht halten zu können. Der tägliche Blick auf die Waage trägt natürlich zu Ihrer Verunsicherung bei. Jeder Mensch ist Gewichtsschwankungen ausgesetzt, doch bei einem ev.nur wöchentlichen Wiegen fallen diese Schwankungen gar nicht ins Gewicht. Wichtig ist nur, daß man die Regelmässigkeit der Mahlzeiten beibehält. Natürlich sind 1200kcal für ein Gewichthalten zuwenig und es wäre wichtig, daß Sie Ihrem Arzt oder Ärztin vertrauen, die 2000kcal für angemessen halten, umso mehr als der Grundumsatz sich einpendeln muß und dies eine Übergangsphase erfordert, die eine gute Begleitung braucht. Gönnen Sie sich diese Begleitung, um eventuell krankmachende Verhaltensweisen (wie das Kalorienzählen bzw.-sparen und überhaupt das große Augenmerk aufs Essen)an den Wurzeln zu verändern, damit Sie zufrieden mit Ihrem Erreichten Ihre neue Lebensqualität geniessen können!!! Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie noch weitere Fragen haben.Alles Gute!

(Erweiterung der Fragestellung am 24.06.2009 um 12:26:54)

Vielen Dank für Ihre Antwort. Essstörung ist ein großes Wort, und ich glaube auch nicht, dass ich eine habe.

LG

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