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hat meine tochter eine essstörung?? Was kann ich nur tun??

(mutti46 fragte am 17.05.2009 um 11:24:56)

Hallo
Ich weiß nicht was ich noch machen soll meine tocher hat glaube ich eine essstörung!!
Wir haben derzeit ziemliche Probleme zuhause und meine Tochter wird immer weniger ich seh sie kaum noch essen und wenn dan entweder extrem wenig oder extrem viel...außerdem denke ich das sie erbricht weil sie immer isst wen ich nicht zuhause bin und einmal kam ich gerade heim und sie aus dem klo und ist total erschrocken und steckte sich sofort einen kaugummi in den mund un sprühte parfüm. Außerdem hat sie angefagen sport zu machen hat sie nie gemacht und sie ist echt wahnsinnig dünn sie ist extrem blass ich sehe ihre rippen und beckenknochen, ich weiß zwar nicht was sie wiegt aber ich denke mehr als 45kg sind es bestimmt nicht bei 1,70m größe (ein bisschen weniger 1,68 so ). Sie reagiert immer total aggresiv egal auch wenn ich sie was frage was gar nichts mit essen zu tun hat oder sowas. Sie blockt mich ab egal was ich sage und mache sie sagt immer nur ich soll sie in ruhe lassen, und mir um meine sahcen gedanken machen!! Was soll ich machen sie ist 18 ich kann sie nciht zwingen und sie droht mir auch das sie auszieht wenn ich sie nicht in ruhe lasse!! Wir wohnen in einem kleinen dorf und mich fragen alle ob ich meiner tochter nichts zu essen gebe (das ist auch nicht schön zu hören) Bitte gebt mir einen rat was ich machen soll? ich habe schon die Batterie aus der waage genommen weil ich mir denke sie wiegt sich weniger und es wird besser war das eine gute Idee?? Ich habe wirklich alles versucht und mir fällt nichtsmehr ein wirklich nicht!! Und ich kann meiner tochter doch nicht zusehen wie sie sich zu Tode hungert!!
Sie ist wirklich immer aggresiv zu mir ich habe richtig angst vor ihr und traue mich gar ncihtsmehr zu sagen, wir grüßen uns nichtmal mehr!!
Ich freu mich über jeden rat!!

GLG

(INTAKT antwortet am 17.05.2009 um 20:06:01)

Liebe besorgte Mutter. Die Idee mit den Batterien aus der Waage ist gut!Denn der Blick auf die Waage ist für viele so tagesverfassungsgestaltend, daß es schon gut ist, wenn diese Möglichkeit wegfällt. Ihre Sorge ist verständlich und auch Ihre Ohnmacht in der Kommunikation mit Ihrer Tochter. Wichtig ist es, Ihre Beobachtungen der Veränderung auszudrücken, nicht nur was das Essen anbelangt, sondern was auch ihr Wesen ausmacht. Und Ihre Gefühle dazu ausdrücken, Ihre Angst, Ihre Traurigkeit, Ihre Verzweiflung ob all dieser krankmachenden Veränderungen. So eine Essstörung ist immer eine Möglichkeit, mit etwas fertig zu werden, was Ihre Tochter vielleicht grad anders nicht schafft. Vielleicht sind es familiäre Sorgen, die sie glaubt mittragen zu müssen, vielleicht Sorgen in der Schule, oder Enttäuschungen in Beziehungen, oder sie sieht ihren weiteren Lebensweg nicht sehr klar... es gibt so viele Gründe, die vielleicht für uns Erwachsene gar nicht so schwierig scheinen und für Jugendliche ein großer Berg sind.
Sie haben einen sehr wichtigen Schritt getan, sich für Sie selber Hilfe zu suchen. Das entlastet die jungen Menschen sehr, die oft letztlich doch ein großes schlechtes Gewissen haben, ob der Sorge, die sie ihrer Familie machen. Aber je mehr man ihnen Druck macht, daß sie etwas "tun" müssen, umso größer ist der Gegendruck von ihnen. Aber tief drin weiß Ihre Tochter, daß sie ansteht, körperlich und seelisch und so ist es wichtig , ihr zu vermitteln, daß man sie wirklich unterstützen will und als ersten Schritt eben selbst Unterstützung sucht. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer größeren Familie oder Ihrem Freundeskreis, der/die einen guten Zugang zu Ihrer Tochter hat und ihr diese Sorge klarer ausdrücken kann, als Mutter ist man oft zu nah dran und so verstrickt mit der eigenen Geschichte. Auch wenn Sie am Land leben, vielleicht können Sie sich an jemanden wenden, mit dem Sie klärende Gespräche führen können, wie Sie am besten mit dieser Situation umgehen lernen, was Sie für sich verändern können, damit dadurch auch eine Entlastung für Sie und dadurch vielleicht auch für Ihre Tochter möglich ist. Da ist ein Mensch mit Außenperspektive am hilfreichsten, Da bekommt Ihre Ratlosigkeit vielleicht neue Impulse. Ich höre viel Liebe aus Ihren Zeilen heraus (obwohl ich sie natürlich lese..)und diese Liebe braucht Ihre Tochter auch, denn sie selbst liebt sich sicher nicht, sonst würde sie nicht so hart mit sich verfahren. Es braucht dieser Liebe vielleicht einen neuen Raum zu geben, der auf Altem , längst Vergessenem aufbauen kann und auch ganz neu gesucht und gestaltet werden kann. Natürlich belastet es, wenn Leute in einem kleinen Ort reden, aber die Frage ist, was braucht Ihre Tochter wirklich von Ihnen, woran merkt sie, daß Sie sich um ihrer selbst willen Sorge machen, was ist verloren gegangen an gegenseitiger Wertschätzung, wie kann Ihre Tochter wieder all Ihr Potential für ihren eigenen Weg zur Verfügung haben. Fragen über Fragen gelt, sie solchen Mut machen, die Krankheit Ihrer Tochter auch als Entwicklungschance für sie und auch für Sie selbst zu sehen. Sie werden sicher kompetente Hilfe brauchen, aus unseren links erfahren Sie über Institutionen sicher auch halbwegs in Ihrer Nähe. Bis Sie diese gefunden haben, können Sie gerne weiterschreiben, Sie müssen nur wissen, daß diese Fragen und Antworten auf der homepage bleiben. Sollten Sie in der Nähe von Wien wohnen, könnten Sie auch gern zu einem Beratungsgespräch zu uns kommen. Alles alles Gute weiterhin!

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