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Binge Eating Disorder

(Christina fragte am 07.04.2009 um 19:28:36)

Hallo!
Ich bin 23 Jahre alt und war bis zum Alter von 20 Jahren normalgewichtig mit leicht pummeligem Aussehen. Essen war für mich seit 13 Jahren ein Thema in dem Sinn, dass ich bewusst versuchte, die Nahrungsaufnahme in einem gesunden Ausmaß zu halten, sprich nicht zu wenig, aber auch kein sinnloses Dahinessen bzw. überproportional häufiges Überessen.
Dann begann ich mit 20 Jahren ohne mein Zutun rapide abzunehmen, obwohl ich stark dagegen ankämpfte. Es stellte sich heraus, dass ich Zöliakie habe. Seit der entsprechenden Ernährungsumstellung stabilisierte sich mein Gewicht wieder, und ich dachte, nun sei alles gut.
Vor 6 Monaten geschah dann etwas für mich zunächst unerklärliches. Ich verspürte jeden Tag mehrmals den unüberwindlichen Zwang, riesige Mengen an Essen völlig unkontrolliert in rasender Geschwindigkeit in mich hineinzustopfen und bei mir zu behalten. Dementsprechend schlecht und schuldig fühlte ich mich, und dementsprechend viel Gewicht (ca. 15 kg) habe ich in den vergangenen 6 Monaten auch zugenommen. Durch Recherchen im Internet und Abgleich von Symptomen bin ich mir mittlerweile sicher, an Binge-Eating-Disorder zu leiden. Mir scheint, ich habe völlig die Kontrolle über mein Essverhalten verloren, nehme mir jeden Tag vor, heute damit aufzuhören. Ich möchte bewusst und regelmäßig sowie ausgewogen essen, ohne gravierend über das hinauszugehen, was mein Körper an Nährstoffen und Kalorien benötigt. Außerdem treibe ich regelmäßig, fast täglich, Sport. Das Binge Eating habe ich jedoch bis jetzt nicht unter Kontrolle gebracht, bin frustriert und unglücklich, traue mich fast nicht mehr unter die Leute, vermeide Blicke in den Spiegel, möchte am liebsten überhaupt nichts mehr essen, muss es aber, denn es ist eine Sucht. Das ist mir bewusst. Meine Familie nimmt mich allerdings nicht ernst, meint, ich sei hysterisch und bilde mir alles nur ein. WEnn das so wäre, könnte ich ja einfach aufhören, was de facto derzeit kaum möglich erscheint.
Ich weiß, dass ich eine Therapie brauche, kann sie mir aber nicht leisten, auch dann nicht, wenn mir die Krankenkasse tatsächlich die 21,80 Euro Zuschuss gewähren würde.
Meine Frage ist nun, wie ich vorgehen kann bzw. soll, um vielleicht allein einen Ausweg aus dem Binge Eating zu finden. Ich kann einfach nicht mehr.
Danke.

(INTAKT antwortet am 09.04.2009 um 11:30:55)

Sie haben einen sehr klaren Blick auf Ihr Eßverhalten und auch die richtige Einsicht, daß Sie Hilfe brauchen. Vielleicht wäre als erster Schritt eine Untersuchung der Schilddrüse angebracht, um auszuschließen, daß es dort eine Entgleisung gibt.
Es gibt aber immer wieder die Möglichkeit, Unterstützung zu finden, die weniger kostet, wenn auch dafür Wartezeiten in Kauf zu nehmen sind. Je nachdem, wo Sie wohnen, finden Sie Adressen auf unserer links-Seite. Andererseits verschlingen Essenskosten oft ein Vielfaches von einer Therapiestunde, das wird oft übersehen. Am besten, Sie machen sich ein persönliches Beratungsgespräch aus, damit Sie einen guten Weg heraus aus Ihrer schwierigen Situation finden. Damals, als Sie abgenommen haben, ist Ihnen dies gelungen, also wird sich auch jetzt eine Lösung finden. Alles Gute!

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