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Essattacken und Fasten

(anonym fragte am 05.03.2009 um 09:34:08)

Vor einigen Jahren hat mein Gewicht sehr abgenommen und aus Krankheitsgründen hatte ich nur noch etwa 45kg bei einer Größe von 1,65m, ohne das beeinflussen zu können.
An dieses Gewicht habe ich mich so gewöhnt, dass alles, was darüber war einfach zu viel war. Trotzdem pendelte ich mich auf 46-47 kg ein und war sowohl köperlich als auch mental sehr zufrieden damit. Mit viel Sport und gesunder Ernährung ohne Fasten habe ich dann mein Gewicht über längere Zeit problemlos gehalten.
Seit ein paar Monaten aber nehme ich stetig zu, mache übertrieben viel Sport und leide an Essattacken, die ich schwer stoppen kann. Die Folge ist kein Erbrechen, sondern ein radikaler Fastentag danach.
Wie kann ich aus dieser Spirale herauskommen, denn mittlerweile passiert dies jede Woche und kostet viel Anstrengung, da ein normales Essverhalten fast nicht mehr möglich ist?

(INTAKT antwortet am 06.03.2009 um 09:29:52)

Wie alt Sie sind und was Sie unter stetig zunehmen verstehen, kann aus Ihrem Brief nicht herausgelesen werden. Offensichtlich ist,daß Sie in all den Jahren im untergewichtigen Bereich gelebt haben. Das hält ein Körper eine zeitlang aus, kann sich aber verändern, wenn sich im außen was verändert. Wenn Sie die letzten Monate ansprechen, so waren das kalte Wintermonate, wo der Körper eigentlich ein Bedürfnis hätte über Nahrung gewärmt zu werden, wo er mehr Fett als Schutz gegen die Kälte brauchen würde und dies vielleicht auch einfordert. Viele Menschen haben daher in den Wintermonaten ein paar Kilo mehr als Speicher. Andererseits könnte es auch sein, daß sich in Ihrem Umfeld etwas verändert hat, daß es für Sie vielleicht schwierige Situationen gab oder gibt, und bei so wenig Gewicht liegen dann auch Nerven blank und brauchen mehr "Gewicht", was sich der Körper dann in Form von Essattacken holt. Auch kann sein, daß Sie lieber Ihr Augenmerk beim Essen oder Nichtessen haben, als sich mit anderen Themen zu sehr auseinandersetzen zu müssen, bei denen Sie sich grad überfordert fühlen und die Sie vielleicht auch nicht allein lösen oder ändern können. Nach einer Essattacke greifen viele zu dem "Ausgleich" des "Fastens" und sind sich dessen nicht bewußt, welchen Stress ein Körper damit hat und er beim nächsten Essanfall als Kompensation und Speicher scheinbar unersättlich reagiert. Das ist natürlich ein sehr belastender Kreislauf! Daher wäre es besonders wichtig, das Augenmerk wieder auf ein geregeltes Essen zu legen, wie es Ihnen in den letzten Jahren gelungen zu sein scheint. Manchmal ist es schwierig, daß dies allein gelingt, zumal es scheint, daß Ihr Leidensdruck schon sehr groß ist und Sie schon sehr hart mit sich umgehen. Und es ist auch wichtig, aus dieser "Verhärtungsspirale" herauszukommen, hin zu mehr Mitgefühl ob Ihrer Situation und das ist allein oft nicht leicht. Aber je eher Sie sich Unterstützung auch zugestehen - und das ist sehr selbstverantwortlich, man muß nicht immer alles allein "schaffen müssen" - umso eher kommen Sie aus dieser krankmachenden Spirale wieder heraus.
Mit Ihrem Brief haben Sie schon einen wichtigen Impuls in diese Richtung gesetzt. Alles alles Gute für ein Finden und Annehmen von Hilfe!

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