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BED

(Barbara fragte am 01.09.2008 um 20:31:43)

Hab ich das???
Ich bin fast 44 Jahre alt, bin das, was man einen zufriedenen Single nennt und lebe berufsbedingt seit fast einem Jahr in Wien. Eigentlich geht es mir gut, wenn nur nicht diese Essanfälle wären! Da ich von Haus aus zu Übergewicht neige, habe ich mich immer schon viel mit Ernährung und Sport befasst und kenne mich hier auch ganz gut aus. Und solange ich in Gesellschaft bin, bin ich immer sehr diszipliniert. In der Kantine fast immer das Gesunde und Fettarme (Gottseidank mag ich das eh sehr), am Vormittag und am Nachmittag Obst und Nüsse, in der Früh zuckerfreises Müsli mit Magerjoghurt und Obst, dazu Fruchtmolke. Nur am Abend, da hab ich mindestens 1x die Woche diese Anfälle! Da kauf ich mir alles mögliche, ob salzig, pikant oder süß, und ess dann das alles auch auf einmal! Quer durch!!! Und alles daheim, wo mich keiner sieht! Und danach schäme ich mich, weil ich mich einfach nicht zusammenreissen kann, ich hab ein schlechtes Gewissen bis zum Geht-nicht-mehr und ich schlafe auch sehr schlecht wegen dem vollen Magen, der natürlich drückt! Und wenn ich mir gar nicht mehr anders zu helfen weiß, vor lauter Bauchweh, nehm ich ein Abführmittel! Ich weiß natürlich, dass das ganz schlecht ist, aber ... Die gegessene Kalorienmenge bewegt sich so zwischen 2000 und 3000 Kalorien. Ist das schon typisches BED?

(INTAKT antwortet am 02.09.2008 um 19:04:29)

Liebe Barbara, ein typisches BED gibt es gar nicht, weil jeder Mensch letztlich ein ganz individuelles Essverhalten hat. Was man aber aus Ihrem Brief herauslesen kann, ist ein Essverhalten, das Sie sehr verunsichert und für das Sie sich schämen und verurteilen, das Sie aber aus eigenen Wollen heraus nicht verändern können.
Dabei wäre zu fragen, für welche Lebenssituationen dieses Essverhalten ein entlastendes Ventil ist, welche eigene Fähigkeiten es wieder zu entwickeln gilt, um anders damit umzugehen als mit solch selbstschädigendem Verhalten.
Es ist hilfreich, sich für diesen Prozeß Hilfe zu suchen, weil man allein oft durch die eigene Abwertung nur weiter in die Negativspirale hineingerät. Jemand Ausserstehender mit der nötigen Kompetenz und Empathie unterstützt den Veränderungsprozeß zu mehr Selbstakzeptanz, eigenes Potential neu nützen zu lernen und achtsamer mit sich umzugehen.
Da es Ihnen in vielen Bereichen gut geht, wird es Ihnen vielleicht leichter fallen, sich für diese belastenden Situationen Unterstützung zuzugestehen, und einen Anfang haben Sie mit diesem Brief schon gemacht! Alles Gute!

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