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essstörung

(Anonym fragte am 05.05.2008 um 10:15:00)

hallo,

ich bin 24 jahre alt und habe seit einem jahr wieder vermehrt probleme mit meinen essstörungen. war im alter von 12-15 stark magersüchtig, hab es aber danach gut geschafft normalgewicht zu erreichen, auch dinge zu verarbeiten und mein leben selbst in die hand zu nehmen. hatte später aber immer wieder probleme mit dem essen wenn es um nähere zwischenmenschliche beziehung ging. fühlte mich oft mit situationen überfordert und dies wurde begleitet durch ständige übelkeit, die angst vor erbrechen, langsame gewichtsabnahme etc. (momentan 170 groß, 53 kilo)

momentan befinde ich mich wieder in so einer phase. habe ein studium das mir sehr gefällt, bin da immer wieder neuen und großen herausforderungen gestellt, habe einen job, freunde. eigentlich soweit alles gut. nach der letzten beziehung/trennung habe ich allerdings das gefühl die kontrolle über mich verloren zu haben. sogar kleinigkeiten verunsichern mich, es wird mir schlecht, ich bekomme angst, habe das gefühl nicht mehr aus diesem strudel herauszukommen. bin auch seit einem jahr in therapie, eher unregelmäßig - aus kostengründen - und es hilft vieles zu verarbeiten und besser mit mir und meiner situation umzugehen, trotzdem habe ich manchmal das gefühl ich schaffe es nicht alleine. auch wenn ich mich freunden anvertraue, lasse ich doch niemanden an mich heran der mir helfen möchte. manchmal kommt in mir auch der gedanke auf, alle verpflichtungen sein zu lassen und mir etwas ruhe zu gönnen könnte helfen. doch eigentlich brauch ich einfach regelmäßige hilfe und unterstützung.

ich muss noch dazu sagen dass ich in den letzten jahren viel umgezogen bin, im ausland war, dass sich ständig dinge in meinem leben verändern, meist aus eigener initiative heraus und manchmal auch weil dinge passieren. bin ständig auf der suche nach neuem, merke aber dass es mir manchmal zu viel wird. und dann dieser ständige kreislauf von ängsten vor übelkeit - übelkeit - angst vor kontrollverlust. gibt es auch stationäre behandlungsmöglichkeiten? wie geht man damit um? ist mein problem ernstzunehmen?

danke


(Erweiterung der Fragestellung am 05.05.2008 um 10:27:50)

... zusätzlich fällt es mir schwer eine neue beziehung anzufangen, habe kein vertrauen in mich dass ich es schaffen könnte. brauche viel zeit um jemanden vertrauen zu können bzw. mich einzulassen. weiß aber nicht wieviel zeit und ob ich das überhaupt noch kann...

(INTAKT antwortet am 06.05.2008 um 13:08:22)

Danke für Ihren sehr ehrlichen Brief, damit zeigen Sie schon, daß Sie sich ernst nehmen und das ist ganz wichtig.
Nach der Intensität der letzten Jahre kann es wirklich sehr hilfreich sein, sich eine ganz bewußte unterstützte Auszeit zu nehmen, um wieder in die innere Ruhe zu kommen, die es braucht, um klare nächste Schritte zu setzen und Vertrauen in eigene Fähigkeiten, eben auch Beziehungsfähigkeit, zu gewinnen.
Die Barmherzigen Schwestern in Wien in der Stumpergasse (Sie finden auf unserer homepage einen link) bieten sowohl eine stationäre Möglichkeit als auch eine Tagesklinik über einen Zeitraum von 8 Wochen. Dort arbeitet ein kompetentes Team, wie uns viele Erfahrungen unserer KlientInnen zeigen. In einem Beratungsgespräch, für das Sie telefonisch einen Termin ausmachen, kann abgecheckt werden, welche Form für Sie am hilfreichsten ist.
Wichtig ist auch, diese Möglichkeit gut mit Ihrer Therapeutin abzusprechen, aber letztlich kann das für Ihren Gesundungsprozess nur hilfreich sein.
Alles Gute für diesen Gesundungsprozess, für den Sie sich die Zeit nehmen dürfen, die Sie brauchen. Und aus eigener Erfahrung wissen Sie ja auch, daß Ihnen auch schon viel gelungen ist in all den Jahren!

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