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Essstörung, SVV, psychische Probleme

(Anonym fragte am 06.12.2017 um 00:44:50)

Hallo liebes intakt-Team,

Nach langem Kampf mit mir selbst habe ich entlich den Mut gefasst Ihnen zu schreiben. Ich habe Bulimie, und das seit über 6 Jahren. Körperlich geht es mir ganz gut, was eigentlich ein Wunder ist, aber seelisch bin ich nur noch ein Wrack. Ich kann einfach nicht mehr. Ich mag nicht mehr. Ich mag etwas ändern, doch mittlerweile sehe ich ein, dass ich das selbst nicht kann. Im moment bin ich 20 und habe einen BMI vo 15.7.

Ich hoffe es ist ok wenn das hier länger wird, denn ich möchte vom Anfang anfangen.
Ich war nie ein dickes Mädchen, im Gegenteil, eigentlich war ich immer recht schlank. Nur irgendwann als ich 13 war begann ich mich selbst zu hassen und hässlich zu finden. Mein Vater ist Alkoholiker und wird schnell mal aggresiv mit seinen Worten. Das ist wahrscheinlich ein mitrund dafür dass ich mich eintach nicht gut genug fand. Ich begann zu hungern als eine Art Selbstbestrafung doch fand schnell gefallen daran und verlor in einen paar Monaten 6 kg. Meinem Vater viel das auf und Zwang mich zum Essen. Aus Angst davor ihn zu verärgern tat ich das. Doch das Essen ließ mich selbst so eklig fühlen dass ich anfing nach jedem Essen zu erbrechen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 14. Kurze Zeit später fing ich an extremen Heißhunger und Fressanfälle zu haben. Unter Leuten esse ich \"ganz normal\". Es weiß auch niemand über mein Problem obwohl ich noch bei meinen Eltern lebe. Mein Gewichtbist auch seit Jahren gleich auf 43-45kg. Aber wenn ich allein bin stopfe ich einfach alles in mich hinein nur um es dann wieder zu erbrechen. Es ist mal besser mal schlechter aber im prinzip läuft das so seit 6 Jahren. Am Anfang hasste ich mich so sehr für mein verhalten. So sehr dass ich mit 15 anfing mich selbst zu verletzen. Ich bin mit mir selbst, mit meinem cholerischen Vater und der Schule einach nicht mehr fertig geworden. Mit 16 war es ganz schlimm. Ich ritzte mich fast jeden Tag, unternahm 2 Suizid versuche und hatte absolut keine Lust mehr am Leben. Eine Freundin überredete mich dann hilfe zu Suchen und ich war ein mal bei Ihnen. Traute mich aber nicht weiter zu kommen da ich angst hatte meine Eltern würden davon erfahren. Sie wissen bis heute nicht von meiner Essstörung. Über das SVV haben sie eventuell herausgefunden, aber nie was gesagt außer dass ich gestört bin. Das tat weh und ist auch der Grund warum ich ihnen erst garnicht von der Essstörung erzählen will.
Mit 17 bemerkte meine Schulärztin dass mit mir was nicht stimmt bei einer routine Untersuchung. Bis dahin hatte ich mich nie getraut über meine Probleme zu Reden. Aber sie \"Zwang\" mich fast dazu jede Woche zu ihr zu kommen um zu reden. Anfangs hasste ich es aber es half irsinnig. Ich habe es geschafft mit der Ritzerrei aufzuhören und konnte auch mit meinem Vater besser fertig werden (wenn er trinkt schreit er meist jeden abend herum was ich nit wirklich aushalte). Aber mein Essproblem bekam ich nie in den Griff. Sie gab mir aber etwas von meiner Lebensfreude zurück. Nach der Matura fing ich an zu Studieren. Anfangs lief es ganz gut aber mittlerweile spüre ich wie ich wieder in meinem Loch aus Selbsthass versinke. Ich finde an nichts mehr Freude, kann mich nicht zum lernen bringen, kann mich zu nichts motivieren, habe wieder angefangen mich zu Ritzen, die Essattacken werden immer schlimmer und ich kann einfach nicht mehr. Ich bin hilflos, nutzlos und kaputt.Ich habe niemandem mit dem ich darüber reden will/kann. Von zu Hause kann ich nicht weg weil ich kein Geld dafür habe aber ich weiß dass es so nicht weitergehn kann.
Ich brauch hilfe, aber ich weiß nicht an wen ich mich wenden soll. Therapieren Sie neben Esstörungen auch ander psychische Probleme? Kann ich mir als Student quasi ohne Einkommen eine Therapie leisten? Oder zahlt die WGKK auch was?

Es tut mir leid,dass es so lang ist, aber danke für die Hilfe im Vorraus.

(INTAKT antwortet am 11.12.2017 um 15:47:39)

Liebes Anonym,


Ihr Brief macht uns sehr betroffen und zeigt, wie überaus groß Ihr Leidensdruck ist. Wir glauben, dass es mehr als sinnvoll wäre, sich professionelle Hilfe zu suchen.
Das Therapiezentrum intakt ist spezialisiert auf Essstörungen, aber grundsätzlich werden hier alle Störungsbilder behandelt. Das Behandlungskonzept bei intakt beruht auf drei Säulen: die internistische, die psychiatrische und die psychotherapeutische Behandlung. Im Einzelfall bieten wir Sozialplätze an, falls ein Kontingent verfügbar ist. Um diesen Aspekt zu besprechen und Ihre weiteren Fragen zu beantworten, bitten wir Sie, sich telefonisch an uns zu wenden. In einem persönlichen Gespräch können wir Ihnen gerne Auskunft geben.
Sollten Sie eine Behandlung bei uns in Anspruch nehmen wollen, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen (Mo – Fr, 9 – 17 Uhr, Tel.: 01/22 88 7700), um ein Erstgespräch innerhalb einer Woche zu vereinbaren.


Liebe Grüße,
Ihr intakt-Team

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