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abgebrochene Therapie, Sport als \"Heilmittel\"

(Sabrina fragte am 06.09.2016 um 20:51:29)

Liebes intakt Team!

Ich war vor ca. drei Jahren bei Ihnen in Behandlung, wohl eher um meine Familie zu beruhigen, als aus \"freiem Willen\". Damals war ich der Meinung, nicht an einer Essstörung zu leiden, von Ihrem Team wurde jedoch eine atypische Anorexie diagnostiziert.

Meine Ernährungsgewohnheiten (nach Durchsicht eines über mehrere Wochen von mir geführten Ernährungstagebuches) waren laut Ihrer Internistin gut - ausreichend, gesund und ausgewogen. Meine Maße waren ebenfalls in Ordnung (damals 24 Jahre, 1,65 groß, 52 kg). Einzig mein Körperfettanteil schien mit ca. 19% ein wenig gering gewesen zu sein.

Es galt an meiner gestörten Selbstwahrnehmung und dem ständigen Kreisen meiner Gedanken um Essen zu arbeiten. Und obwohl die Gespräche mit meiner Therapeutin sehr aufschlussreich und hilfreich waren, habe ich die Therapie nach einigen Monaten abgebrochen.

Zu dieser Zeit habe ich eine neue \"Therapie\" für mich entdeckt: Sport.

Vieles habe ich ausprobiert und schlussendlich bin ich bei folgenden Sportarten geblieben:

Laufen, wandern, High Intensity Interval Training, Kraftsport (unter anderem Langhanteltraining, aber auch Training mit dem eigenen Körpergewicht) und Yoga.

Der Sport hat mich sehr schnell aus diesem \"Tief\" geholt, nach kurzer Zeit habe ich mich besser, gesünder und rundum wohler gefühlt. Natürlich auch schöner: Mein Körper hat sich verändert - er ist straffer und definierter geworden. Ich habe auch mehr Kraft und Energie.

Das ist auch noch immer so. Allerdings ist mir beim anprobieren meiner alten Jeans aufgefallen, dass mein Po bzw. meine Hüften und meine Oberschenkel nicht mehr in diese hineinpassen wollen. Ich kann nicht sagen, wie viel ich an Gewicht zugenommen habe, da ich mich nicht mehr wiege - ganz nach dem Motto \"Vergiss die Waage.\" (Mir ist natürlich bewusst, dass ich durch die zusätzliche Museklmasse an Gewicht zugenommen habe.)

Stattdessen habe ich ein Maßband zur Hand genommen, das mir gezeigt hat, dass ich an Taillenumfang verloren (von 67 auf 64 cm), jedoch an Hüftumfang (von 90 auf 93 cm) zugelegt habe.

Meine \"Sport Freundinnen\" jubeln darüber, dass ich Muskeln aufgebaut habe und wie toll meine Kurven sind, nur ich bin zwiegespalten. Einerseits freue ich mich über meine schönen neuen Formen und natürlich auch über die vielen Komplimente, doch irgendwo in einem Winkel in meinem Kopf ist diese kleine, leise Stimme, die mir sagt, dass ich fett bin. Dass ich zugenommen habe und nicht in meine Hose passe.

Ich versuche mit aller Kraft diese Gedanken zur Seite zu drängen bzw. zu ignorieren, mal gelingt es besser, mal schlechter. Ich will diese Gedanken nicht haben, weiß aber nicht, wieso sie plötzlich wieder da sind.

Nachdem ich mir meine Frage für Ihr Forum noch einmal durchgelesen habe, fällt mir auf, dass ich eigentlich gar keine Frage gestellt habe. Ich hoffe es ist dennoch in Ordnung Ihnen zu schreiben, denn wie ich damals während meiner Zeit bei intakt schon festgestellt habe, tut es oft gut, sich seine Probleme einfach von der Seele zu reden oder zu schreiben.

(INTAKT antwortet am 07.09.2016 um 13:30:44)

Liebe Sabrina,
es ist schön, dass Sie sich bei uns melden und uns berichten, wie es Ihnen geht.
Aus Ihrem Text ist herauszulesen, dass Sie sehr bewußt und achtsam mit sich selbst umgehen. Sport ist eine gute Methode, um sich im eigenen Körper wohl zu fühlen und Stress abzubauen, allerdings sollte dabei der Lustfaktor und Wohltufaktor im Vordergrund stehen. Offensichtlich machen Sie sich aber trotzdem Sorgen um Ihre Figur, die sich verändert hat. Gespräche mit Freundinnen sind immer wichtig, aber es wäre doch möglicherweise hilfreich, Ihre Sorgen auch mit einer Therapeutin zu besprechen.

Sie können bei uns jederzeit wieder dort anschließen, wo sie aufgehört haben. 

Wir wünschen Ihnen alles Gute, 
ihr intakt-Team

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