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Mit 53 Essstörung?

(Claudia fragte am 23.08.2016 um 11:57:27)

Hallo!
Ich bin 53 Jahre alt, 4 Kinder die seit vergangenem Jahr alle außer Haus sind. Im Feb. 2016 wurde ich geschieden und im Mai verstarb meine Tante, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis hatte.
Seit 2 1/2 Jahren leide ich an rezidivierenden schweren Depressionen. Zwischen den einzelnen Episoden war ich nie ganz beschwerdefrei. Mein letzter Stat. Aufenthalt war im Juni (5wo).
Sei einigen Wochen habe ich nun Probleme mit dem Essen. Ich esse nur sehr wenig. Da 2 meiner Kinder da sind, muss ich kochen. Selber allerdings esse ich kaum etwas. Nur soviel, dass es nicht auffällt. Das Mittagessen bleibt dann oft auch die einzige Mahlzeit. Ich hab Angst, wie es sein wird, wenn ich ab Mitte Sep. wieder ganz alleine bin. Ich hab einen Welpen gekauft, in der Hoffnung, dass meine Stimmung durch sie stabieler bleibt. Aber schon jetzt werden die trüben Tage wieder immer häufiger. Manchmal schaffe ich es auch nicht, nur eimal am Tag spazieren zu gehen. Wenn ich dann wieder gehe sind es oft 2 Stunden und mehr in denen ich mich richtig auspowere. Ich stehe oft 2 - 3 mal am Tag auf der Waage um mein Gewicht zu kontrollieren. Dieser beinahe \" Zwang\" wurde in den letzten Wochen immer stärker. Ich habe im letzten Monat 4 kg abgenommen. Kann das zu einer echten Essstörung werde oder ist das ein Vorzeichen für einen neuerlichen Deprischub? Kann sich eine Essstörung in so kurzer Zeit entwickeln?
Das ist jetzt ziemlich lang geworden, aber ich musste meine Sorge jemandem erzählen, da meine Therapeutin noch 3 Wochen im Urlaub ist. Können sie mir einen Rat geben?

(INTAKT antwortet am 24.08.2016 um 11:56:16)

Liebe Claudia,

Uns scheint, dass Ihr Leben Sie in den letzten Jahren schwer durcheinander gewirbelt hat. So viele Schicksalsschläge in kurzer Zeit sind schwer zu verkraften. Umso mehr ist es beeindruckend und toll, dass Sie sich Hilfe geholt haben und nun gut auf sich achten, um mögliche Warnzeichen möglichst schnell zu erkennen.

Es ist schwer, eine Essstörung aus der Ferne zu diagnostizieren. Jedoch können wir Ihnen sagen, dass weder das Alter noch der Entwicklungszeitraum ein Indikator oder Ausschluss dafür bzw. dagegen sind.
Was jedoch schon auffällig ist, ist Ihr Zwang das Gewicht zu kontrollieren und die Angst, dass es auffällt, dass sie so wenig essen. Oft sind die Grenzen zwischen mehreren Krankheiten im psychischen Bereich verschwimmend oder übergreifend und letztendlich ist es auch nicht so wichtig, was es ist, sondern dass es Ihnen eindeutig nicht gut geht damit.

Wichtig ist, dass sie in psychotherapeutischer Behandlung sind. Weiters wäre es wichtig, auch medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen z. B. bei uns im Therapiezentrum intakt, damit wir Ihre Befürchtungen auch dementsprechend ernst nehmen können und sie in ihrem Gesundungsprozess unterstützen können.

Sie können uns gerne unter: +43 1 22 88 770-0 erreichen, um ein persönliches Beratungsgespräch
zu vereinbaren.
Weiters können wir Ihnen auch die Essstörungs-Hotline unter 0800/20 11 20, Mo-Do von 12:00-17:00 Uhr oder unter der E-Mailadresse hilfe@essstoerungshotline.at sehr empfehlen, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, weitere Informationen zu erhalten.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Kraft auf dem Weg zur Gesundheit,
Ihr intakt-Team

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