intakt Forum

zurück zur Übersicht

Teufelskreis Magersucht

(Anonym fragte am 29.05.2016 um 21:27:46)

Liebes intakt Team!
Ich bin in einer Spirale gefangen. Die Diagnose Magersucht wurde mir bereits vor 5 Jahren zugetragen. Seither hadere ich damit. Zuerst war da die Verleugnung, fast schon Wut auf meine Therapeutin, ich wollte ihr so gar nicht glauben. In all diesen Jahren gab es immer wieder ein Auf und Ab. Manchmal ist da möglicherweise sogar der Anschein eines Gedankens, ich könnte wirklich ein Problem im Bereich Ernährung haben. Meist ist da jedoch die Angst, zuviel zu essen, zuzunehmen, dick zu werden, zu platzen. Mein Gewicht ist schon fast im normalgewichtigen Bereich. Und das stört mich sehr. Ich ertrage ein Plus auf der Waage nicht. Bemühe mich andererseits sehr, meine \"Pflichten\" in Bezug auf Mahlzeiten, Kalorien etc zu erledigen. Ich achte sehr auf das \"Was\" meiner Ernährung. Die Verbotsliste gibt es eigentlich nicht, die liste der erlaubten Lebensmittel allerdings schon, und sie ist wohl eher kurz. Meine Kinder (ich bin nicht die typische anorektikerin, 35a, in Partnerschaft mit 2 Kindern) drücken - so meine Therapeutin - ihre Sorge um mich indirekt über körperliche Symptome aus. Es fällt mir alles sehr schwer, vor allem eine Krankheit, die ich als solche nicht sehen kann (allerdings nur was mich betrifft, anderen Frauen gestehe ich diese durchaus zu), zu akzeptieren obwohl die Überzeugung, sie nicht zu haben, vermutlich überwiegt.
Ich suche einen Weg, mich selbst vom Bestehen dieser Krankheit in mir zu überzeugen, finde aber keinen. Die Krankheitseinsicht sollte sich einstellen. Ich sollte mir erlauben können, mir selbst etwas Gutes zu tun, einen Moment der Erholung zu haben, nicht ständig von Gewissensbissen und schlechtem Gewissen erdrückt zu werden. Das absolut größte Phänomen dieser Erkrankung ist für mich die Körperschemastörung. Wie kann ich als knochig und dünn gesehen werden während ich selbst meine Knochen gerne intensiver und kantiger wahrnehmen würde, mich selbst nicht als schlank empfinde.
Es ist ein Teufelskreis, dem ich so gern entkäme...

(INTAKT antwortet am 31.05.2016 um 14:54:52)

Schön, dass Sie sich bei uns gemeldet haben.
Ihre Krankheitsgeschichte ist für Sie sicher bereits ein langer mühsamer Weg, hochanrechnen sollten Sie sich aber, dass Sie nicht aufgeben und mit Ihrer Therapeutin kontinuierlich daran arbeiten. Dass es dennoch Auf- und Abs gibt ist leider normal und die Verleugnung der Krankheit ist auch ein Symptom der Magersucht.
Wir können Ihnen nur raten, diesen Weg der bewussten Auseinandersetzung weiterzugehen! Was wir von uns aus noch anbieten können, wäre eine wichtige medizinische Betreuung, die Ihnen auch hilft, die Diagnose zu akzeptieren, um auf einer anderen Ebene klare Unterstützung zur Behandlung dieser Diagnose zu bekommen.

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.