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Ist eine stationäre Therapie nötig?

(Anonym fragte am 10.04.2016 um 21:16:20)

Hallo,
Ich (w/17) leide seit längerer Zeit an einer Essstörung.
Mein Leben besteht nur noch aus Tage nichts essen und wenn ich esse dann zu viel und dann tu ich mir mehrmals am Tag den Finger in den Hals stecken. Ich wiege mich ca. 4 mal am Tag aber bin normalgewichtig (ich war aber davor übergewichtig). Ich kann nichtmal mehr Essen anschauen ohne mich zu ekeln. Wenn irgendwer in der nähe von mir isst dann fühle ich mich so angewidert dass ich mir am liebsten den finger in den hals stecken würde, selbst wenn ich nichts gegessen habe.
Und was mich auch sehr fertig macht ist dass da einfach immer diese stimme in meinen gedanken ist die sagt \"hör auf zu essen bis du ohnmächtig wirst\", und mir sagt dass ich mich bestrafen soll wenn ich esse (selbst wenn es etwas mit kaum kcal ist).
Ich werde langsam wahnsinnig und merke dass ich rückfällig werde was das selbstverletzen angeht. Mein körper ist schon so fertig dass. Ich richtige blackouts habe und oft nicht in die schule kann weil mir ständig schwindelig ist und ich nichtmal für 5 minuten stehen kann. Und ich blute manchmal nach dem erbrechen aus der nase und aus dem hals, habe schmerzen in der brust und kriege manchmal einfach keine luft mehr kriege.
Ich habe letztens nach einem arztbesuch und einem gespräch mit einem mädchen dass eine esstörung hatte (online) gemerkt dass ich wirklich hilfe brauche, weil ich nicht damit aufhören kann obwohl ich es versucht habe.
Ich weiß dass es viele schlimmer haben mit ihrer essstörung aber hätte ich eine stationäre therapie nötig? Ich war einmal in der psychatrie (aber nicht aufgrund meiner essstörung, da die damals kaum da war) und weiß dass es mir helfen könnte, weil die dort eine routine haben die mir im leben fehlt und ich mir so vielleicht wieder ein gesundes verhalten zum essen aufbauen könnte, da es dort keine wagen und kcal angaben gibt.
Ich denke aber dass ärzte vielleicht denken würden dass es bei mir nicht so schlimm ist dass ein aufenthalt nötig ist. Ich würde gerne Ihre Meinung hören, danke im vorraus.

(INTAKT antwortet am 12.04.2016 um 15:03:02)

Ihr Brief hat uns sehr betroffen gemacht. Sehr gut ist, daß Sie sich damit auseinandersetzen, tatsächlich aktiv Hilfe zu suchen, die sie nach den Schilderungen Ihrer körperlichen Symptome aus unserer Sicht dringend brauchen. Oft ist es so, daß über eine Essensproblematik Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche, Wut , Aggression oder einfach Traurigkeit ausgetragen werden, für die man keine geeigneten Kanäle findet. Oder Gefühle gar nicht zulassen kann. Um hier einen Weg zu finden und die eigentlichen Bedürfnisse wahrnehmen zu können und nicht mit schädigendem Essverhalten zudecken zu müssen, ist eine regelmäßige Psychotherapie sicher eine zu empfehlenden Möglichkeit. Diesbezüglich oder auch nur für erste Schritte in diese Richtung stehen wir als intakt sehr gerne zur Verfügung. Gerne führen wir mit Ihnen auch ein Erstgespräch, um mit Ihnen gemeinsam diesen ersten Schritt zu tun und weitere zu besprechen, denn was uns Sorgen bereitet, ist die Schilderung Ihres körperlichen Zustandes, mit dem Sie aus unserer Sicht dringend in ärztliche Behandlung gehören. Ihr Körper setzt damit schon eigene Alarmsignale, die Sie dringend ernst nehmen sollten und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Unsere Ärzte sind Ihnen sicher behilflich bei der Frage ob und wo ein stationärer Aufenthalt notwendig ist.
Den allerersten Schritt haben Sie aber selbst und von sich aus getan, indem Sie sich hier Hilfe zu holen versucht haben. Das ist ein sehr gutes Zeichen, zeigt es doch Ihre Bereitschaft und vor allem die Erkenntnis, daß es jetzt dringend notwendig ist.

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