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magersucht

(Anonym fragte am 27.03.2016 um 22:46:24)

Ich komme nicht von ihr los. Obwohl sie mir Angst macht. Nicht weil ich denke, Untergewicht könnte schädlich oder gefährlich sein, sondern weil sie mir Einsamkeit beschert. Nicht essen können in Gesellschaft, der Unmut meines Mannes, immer öfter Fragen meiner kleinen Kinder \"Mama, wann isst du eigentlich?\"
Ich dachte kürzlich, meine Anorexie ist eine Behinderung, macht mich zur Missgeburt, ein defekt - obwohl nein, nicht angeboren, wohl eher angewöhnt. Also selbst verschuldet.
Diese ES wurzelt in meinem nicht vorhandenen Selbstwert, genährt durch vorwürfe und dem Ersticken in dieser leistungsorientierten Welt, der ich nicht gewachsen bin, in der ich keinen Platz habe.
Ich bin froh, meine perfekte Therapeutin an meiner Seite zu haben. Aber Urlaubszeiten sind dann immer doppelt schwer. Sie fehlt mir dann sehr. Und ich vergrabe mich immer mehr und hoffe Gewicht zu verlieren, während ich mich fett und übergewichtig finde, lese von Mädchen mit 47 kg als extrem-schlimm-Gewicht und denke nur, ich hatte weniger - leider nicht mehr.
Ich kann einfach nicht mehr.

(INTAKT antwortet am 29.03.2016 um 16:54:30)

....denn Sie wollen MEHR und brauchen wahrscheinlich auch MEHR! Aber gestehen es sich nicht ein, oder? Und was die Schuldfrage anbelangt, bitte vergessen Sie diese, wichtig ist, dass Sie mehr Unterstützung brauchen, auch wenn Sie eine perfekte Therapeutin haben. Leider gibt es bei der Anorexie diese innere so entsetzlich abwertende Stimme, die alles verbietet, was ein erwachsener Mensch mit Familie an Energie aber unbedingt braucht. Deshalb wäre es wichtig, Sie würden auch medizinische Unterstützung in Anspruch nehmen, um wieder zu lernen, dass Ihr Körper ausreichende, regelmässige und abwechslungsreiche Nahrung braucht, damit Sie wieder körperlich in Ihre Kraft kommen, was wiederum Ihre Nerven stärken wird und so könnte Therapie auch noch besser wirken. Dann werden Sie herausfinden, WOZU Sie dieses rigide \"sich auf möglichst wenige Kilos zu reduzieren\" eigentlich wirklich brauchen und können dann andere Handlungsstrategien entwickeln. Seien Sie mutig und lassen Sie sich noch MEHR helfen, um endlich den Klauen dieser schweren Krankheit zu entkommen! Alles Gute!

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