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Leichtes Übergewicht nach Magersucht

(Anonym fragte am 14.02.2016 um 02:03:31)

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Nachdem ich mehrere Jahre extrem Magersucht hatte, habe ich jetzt wieder Normalgewicht sogar bis leichtes Übergewicht. Ich kann es nicht fassen dass ich mich so gehen gelassen habe und immer so viel gefressen habe dass ich nicht mehr meine schöne dünne Figur habe sondern aussehe wie ein Kugelfisch.
Ich fühle mich so elend. Ich will nicht noch dicker werden. Ich gehe so schon fast nicht mehr aus dem Haus weil ich Angst habe und mich extrem schäme für meine Figur, so sitze ich nur zu Hause und esse. Seit Weihnachten habe ich jetzt nochmal 10 kg zugenommen. Das kann so doch nicht weiter gehen - ich verzichte auf alles was mir Spaß macht: schifahren, Freunde treffen, shoppen gehen, laufen, ... Weil ich mich einfach nicht mehr hinaus traue weil ich mich wegen meiner Figur so schöne und es mir unangenehm ist.

Ich habe es schon so oft versucht mit regelmäßig aber gesund zu essen aber ich bekomme es einfach nicht hin - die Folge war nur dass ich noch mehr gegessen habe und noch mehr zugenommen habe. Ich habe auch schon versucht einen Ernährungsplan aufzustellen, aber ich schaffe es vielleicht ein paar Tage nur durchzuhalten und dann falle ich wieder über Schokolade her und zwar in Riesigen Mengen. :-(

Letzte Woche hatte ich den Entschluss gefasst jetzt in der Fastenzeit auf das süße Zeug zu verzichten ich hatte schon am Samstag angenommen - regelmäßig und gesund gegessen und es ging mir sehr gut damit :-) aber dann kam Faschingdienstag und da zwang mich meine Mama einen Krapfen zu essen weil ja Fasching war obwohl ich das nicht wollte und obwohl meine Mutter weiß dass ich wenn ich etwas süßes esse nicht mehr aufhören kann und ich eine starke Unterstützung brauche außerdem hat sie mir versprochen mir dabei zu helfen dass ich nicht mehr nasche weil sie gemerkt hat wie viel schlechter es mir jeden Tag geht. Und leider ist es dann auch so gekommen und ich habe nicht nur einen Krapfen gegessen sondern noch viel Schokolade und ungesundes fettiges Zeug. Meine Mutter ist neben mir gesessen und hat mir nur zugesehen. Meine Mutter will immer dass ich mit ihr rede wenn es mur schlecht geht doch sobald ich meiner Mutter davon erzähle fällt es mir noch schwerer sie einzuhalten. (Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe muss ich schrecklich weinen weil ich es mir so weh tut dass mir meine Mutter immer verspricht mir zu helfen aber mich dann zwingt etwas süßes zu essen.) es ging mir die paar Tage davor so gut damit doch dann war dieser Faschingdienstag wo ich dann wieder so viel gegessen habe und dann träume ich die ganze Nacht vom Essen dass ich am nächsten Tag noch mehr esse, und dann dauert es meistens mehrere Tage wo ich jeden Tag ca 5000-6000 kcal zu mir nehme, keinen Sport betreibe sondern mich fast gar nicht bewege bis ich es wieder schaffe mein eigentliches Ziel zu verfolgen.

Das Problem ist auch dass ich nicht nein sagen kann wenn mir meine Mutter was zu essen mitbringt (das macht sie immer wenn ich anfange mit meine Diäten und fast nur Gemüse, Obst und Fisch esse) da sie dann immer sagt dass sie dann sauer bin und sie beschimpft mich und ich habe Angst dass sie mich nicht lieb hat oder nicht mit mir redet (da sie das ohnehin schon selten macht) wenn ich nicht das esse was sie mir mitnimmt.
Ich schaffe es zu Hause einfach nicht aber ich will wieder ein Leben, Spaß haben und nicht zu Hause eingesperrt sein weil ich mich so schäme.

Ein weiteres Problem ist auch dass ich mich meine psychologin nicht mehr anrufen traue seit mir meine Eltern vor einem halben Jahr verkündet haben dass ich nicht mehr zur psychologin gehen darf - von da an ist es mir immer schlechter gegangen da ich niemanden mehr zum Reden hatte. Meine Mutter hat zwar gesagt ich darf wieder hingehen aber es ist schon ein halbes Jahr her dass ich dort war und jetzt habe ich solche Angst davor anzurufen und einen Termin auszumachen!!! :-(

(INTAKT antwortet am 15.02.2016 um 16:03:47)

Fein, dass Du uns geschrieben hast um Deine Sorgen zum Ausdruck zu bringen. Es braucht Mut sich einzugestehen, nicht mehr weiter zu wissen. Über Deine Worte wird gut spürbar, wie groß die Belastung und Dein Kummer ist. Du erzählst, dass Du magersüchtig warst. Toll, dass Du es geschafft hast Veränderung zuzulassen. Nach dieser Zeit ist es gut nachvollziehbar, wie anstrengend es für Dich sein muss Balance in Dein Essverhalten zu bringen. Denn das Gespür dafür, was Du brauchst und wie viel davon, muss erst wieder kommen. Es ist gut, dass Du versucht regelmäßig und ausgewogen zu essen. Verbiete Dir nichts ganz - und genieße das Essen. Das heißt auch, dass Du Dich hinsetzt und Dir das Essen auch erlaubst. Nimm Dir genug Zeit um nachzuspüren, wie sich Dein Magen (oder Bauch) vor dem Essen anspürt und wie es sich anfühlt, wenn Du gegessen hast. So wirst Du mehr und mehr das Gefühl von Hunger und Satt-sein wieder entdecken. Wie Du selbst vielleicht auch spüren kannst, spiegelt Dein Essverhalten aber auch etwas anderes wieder. Denn eine Essstörung ist immer ein Ausdruck dafür, dass man auf der seelischen Ebene bewusst oder unbewusst etwas nicht bewältigen kann. Man könnte auch sagen - Essstörungen sind ein Hilferuf der Seele. Du scheinst aktuell sehr an Deine Grenzen zu kommen und wünschst Dir mehr Verständnis von Deiner Mutter. Und es ist auch wirklich nicht einfach einen entspannten Umgang damit zu entwickeln. Es braucht Zeit, um da wieder herauszufinden und professionelle Unterstützung von außen. Anfangs kann ein Essensplan eine gute Unterstützung sein, um wieder etwas Stabilität in den Essensalltag zu bekommen. Unserer Erfahrung nach ist aber Psychotherapie am hilfreichsten, um eine Essstörung zu bewältigen und die dahinterliegende Problematik zu entschlüsseln. Du scheinst schon gute Erfahrungen mit professioneller Hilfe gemacht zu haben und Dich bei einer Psychologin sehr wohl gefühlt zu haben. Fein, dass es diesen Kontakt gibt. Hab keine Angst und ruf sie an. Der Wunsch wieder mehr Leichtigkeit und Spaß im Leben zu haben darf Dich tragen und motivieren. Denn es ist wichtig, dass man jemanden an seiner Seite hat, mit dem man reden kann und der dabei hilft, sich und seinen Körper wieder zu mögen. Vielleicht kann Deine Mama ebenfalls Unterstützung brauchen, um neue Perspektiven und einen entspannteren Umgang mit dem Thema zu finden. Wir wünschen Dir, dass Du bald wieder mehr Leichtigkeit in Dein Leben lassen kannst.
Alles Liebe!
Team- intakt

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