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Anorexie und Kinder

(Anonym fragte am 30.01.2016 um 11:42:40)

Liebes intakt Team!
Seit nunmehr 6 Jahren trage ich - 37 und Mutter von 2 schulpflichtigen Kindern - die Diagnose Anorexie in mir und komme einfach nicht los davon. Die Krankheitseinsicht ist einfach nicht vorhanden.
Meine Sorge jedoch gilt weder meinen Knochen, meiner Gesundheit oder mir sondern meinen Kindern. Meine Therapeutin fürchtet das Auftreten von somatisierungsstörungen bei meinen Kindern. Ich möchte natürlich nicht, dass sich mein Zustand auf meine Kinder überträgt. Wenn ich ehrlich bin, muss ich mir schon eingestehen, dass es mir psychisch wirklich nicht gut geht. Ich leide unter Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen, vor allem jedoch unter meinem Gewicht, meinem Umfang. Ich weiß natürlich, dass all das Ausdruck einer sehr intensiven Körperschemastörung ist, kann dennoch nichts daran ändern. Essen in Gesellschaft ist absolut undenkbar, nicht mal ein schluck Wasser oder ein Stückchen Rohkost. Ein Alltag mit Kindern fällt mir entsprechend schwer. Die Schwierigkeit Mahlzeiten zu- und vorzubereiten, der Ekel vor fett- und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, Kalorien und Süßem.
Ich weiß einfach nicht, wie ich dieses Familienleben halbwegs normal aufrecht erhalten soll, weil ich dem Teufelskreis Magersucht, fasten, abnehmen nicht entkomme, vielleicht einfach noch nicht dazu bereit bin.
Wenn ich das selbst nochmal lese, ist mir durchaus bewusst, dass eine Antwort eigentlich unmöglich ist, weil mir die Fehler absolut bewusst sind. Ich fühle mich nur so hilflos...

(INTAKT antwortet am 01.02.2016 um 14:39:54)

Danke für Ihren ehrlichen und doch recht verzweifelten Brief! Dass Sie in Therapie sind beruhigt, jedoch ist die Frage, ob Sie auch in ärztlicher Betreuung sind. Bei uns im intakt übernehmen unsere Ärztinnen die medizinische Betreuung und haben auch die Aufgabe zu unterstützen (= helfen im Gegensatz zu sich hilflos fühlen), wie jemand Schritt für Schritt das Essverhalten wieder verändern kann, um wieder mehr Energie zu bekommen und vor allem wieder in die Kraft zu kommen. Denn beides braucht es, um auch die Stimmungsschwankungen, die Sie ja sehr belasten, besser zum Positiven stabilisieren zu können. Vielleicht kannn Sie da eine kompetente medizinische Seite eher erreichen, vor allem auch in Hinblick auf einen entspannteren Umgang mit Ihren Kindern. Sie schreiben uns, das heißt, Sie haben tief drin schon die Absicht etwas zu verändern! Bleiben Sie mutig und bleiben Sie dran, 6 Jahre dieser schweren Krankheit müssen genug sein, Sie haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes, aus den Klauen der Magersucht befreites Leben und das sind Sie auch Ihren Kindern schuldig!!! Alles Gute für weitere Schritte!

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