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Esssucht/ Binge Eating

(Susanne fragte am 07.10.2015 um 15:00:58)

Liebes intakt-Team!

Ich bin durch Zufall auf diese Homepage gestoßen und finde es ganz toll, dass es solch eine Hilfestellung gibt.

Zu meinem Problem: Seit meiner Kindheit und seitdem ich zurückdenken kann, war ich immer etwas stärker und übergewichtig. Vor allem als ich mein Essverhalten \"selbst\" bestimmen konnte und selbstständig war, nahm ich immer mehr und mehr. Ich wurde viel gemobbt. Schon mit 12 Jahren litt ich unter meinem Übergewicht. Sämtliche Diäten, Ernährungsumstellungen, Gesundheitsprogramme, Hypnosen und Therapien habe ich bereits absolviert. Immer etwas abgenommen und zugenommen.

Zur Zeit bin ich schon sehr tief am Boden und nehme immer mehr zu, ich kann es nicht stoppen. Schon lange beschäftige ich mich mit dem Thema Esssucht und Binge Eating und weiß auch, dass ich darunter leide. Ich weiß auch, dass es bei mir psychische Ursachen hat. Habe schon viele Beobachtungen über mich und meinem Körper gemacht. Das Thema beherrscht regelrecht mein Leben. Jeder Tag ist ein Kampf. Wenn kein Kampf stattfindet esse ich ohne Ende bis zur Übelkeit (ohne erbrechen). Oft leide ich an Depressionen. Durch diese Depression esse ich wieder.

Ich weiß, dass ich nicht mehr aus diesem Essverhalten ohne professionelle Hilfe komme. Mir geht es auch gar nicht darum eine Traumfigur zu haben. Ich möchte mich einfach wohl fühlen. Ich möchte weiter laufen als 3km bis 5km. Ich betreibe auch Sport. Sehr gerne sogar. Manchmal hindern mich aber meine Essanfälle daran. Es ist zum verzweifeln.

Vor einigen Tagen habe ich auch eine Magenbypass-Operation in Betracht gezogen, einfach weil ich keinen Ausweg mehr sehe. Allerdings glaub ich, dass ich dadurch zwar abnehmen würde aber das Problem und die Ursache an sich nicht verschwinden würde.

Ich möchte mir Hilfe holen und meine Frage ist: Wäre in meinem Fall eine stationäre Aufnahme in einem Klinik für Essstörung bzw. Esssucht sinnvoll? Wenn ja, welche Kliniken gibt es die wirklich auch auf Übergewicht spezialisiert sind (wohne im südlichen Niederösterreich, Bezirk Neunkirchen). Wie gehe ich vor wenn ich mich für einen Therapieplatz bewerben möchte? Gibt es auch Therapien im Ambulanten Bereich?
SoWhat in Mödling habe ich bereits kontaktiert, die haben allerdings leider keine Kooperation mit meiner Krankenkasse (BVA).
Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?

Bitte um Hilfe und Antwort.
Vielen Dank.

Zum Abschluss noch meine Maße: 113kg bei 171cm.

Liebe Grüße
Susanne

(INTAKT antwortet am 08.10.2015 um 11:41:48)

Liebe Susanne!

Schön, dass Sie sich an uns wenden.

Was Sie beschreiben klingt nach einem langjährigen Kampf gegen ein „Zuviel“ an Essen. Ein Kampf, der Sie psychisch und physisch bestimmt sehr erschöpft. Oft steckt hinter einem „Zuviel“ an Essen ein „Zuwenig“ von etwas anderem. Sie schreiben, dass Sie wissen, dass Ihr Essverhalten psychische Ursachen hat und dass Sie bereits viele Beobachtungen über sich und Ihren Körper gemacht haben. Somit haben Sie schon ein großes Stück Arbeit hinter sich gebracht. Jetzt gilt es die Erkenntnisse, die Sie gemacht haben auch umzusetzen und neue Strategien zu entwickeln, sodass Ihr Alltag nicht mehr vom Essen dominiert wird, ihr Körper das bekommt was er braucht, Sie sich wieder wohler fühlen und mehr Freude empfinden. Schön, dass Sie gerne Sport machen. Somit haben Sie bereits eine gesunde Möglichkeit des Ausgleichs gefunden.

Ihre Motivation ein gesundes Essverhalten zu entwickeln scheint sehr groß zu sein, was einer der wichtigsten Schritte in Richtung Änderung ist.

Eine stationäre Aufnahme hat den Vorteil, dass man im geschützten Rahmen über einige Wochen ganz intensiv und auf mehreren Ebenen sich mit seinen Problemen auseinandersetzen kann. Wichtig ist allerdings nach der Entlassung eine fortgesetzte therapeutische Begleitung, um den Umstieg in den Alltag gut zu schaffen.

Stationär finden Sie u.a. in folgenden Kliniken Hilfe:
In Niederösterreich im psychosomatischen Zentrum in Eggenburg (www.pszw.at/klinik-eggenburg) und in Wien im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern im 6. Bezirk. Dort gibt es auch eine Tagesklinik.

Sollten Sie lieber ambulant bleiben, können Sie sich gerne auch an uns wenden und im Rahmen eines Erstgesprächs die für Sie passenden Möglichkeiten besprechen.

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

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