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Ritzen

(Anonym fragte am 21.09.2015 um 22:29:27)

Hallo liebes Team.
Ich weiß, dass Sie auf Essstörungen spezialisiert sind, jedoch habe ich ein Anliegen der entwas anderen Art. Vor ziemlich genau 2 1/3 Jahren begann mein essgestörtes Verhalten Aufgrund eines Jungen, wegen dem ich mich auch oft selber verletzt habe (verbrennen, leichtes ritzen (kaum blut). Damit kam ich 1 1/2 Jahre durch, bis ich dann innerhalb von 5 Monaten 24 kg abgenommen habe und somit ein Gewicht von 38,8 kg bei 1,68m erreicht hatte. Zu der Zeit habe ich mich schon lange nicht mehr stark verletzt (höchstes manchmal mich selber geschlagen). Ich habe eine Therapie angefangen und nachdem mir mehrmalig gedroht wurde in das Krankenhaus gehen zu müssen habe ich schlussendlich angefangen zuzunehmen. Jedoch verliere ich die Kontrolle und nehme ununterbrochen zu, egal wie wenig ich esse. Vor 3 Monaten hat das selbstverletzende Verhalten also auch wieder begonnen. Es begann mit kratzen an der Stirn bis ich blutete, verbrennen und immer wieder beim Kochen \'unabsichtlich\' schneiden. Doch jetzt halte ich den Druck nicht mehr aus und ritze mich jeden Abend vor dem Schlafen. Es gibt mir das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zurück und es nimmt meinen Schmerz. Ich will aber nicht, dass eich irgendjemand Sorgen macht um mich. Ich bin verzweifelt und weiß nicht, was ich tun soll..
Liebe Grüße

(INTAKT antwortet am 22.09.2015 um 11:50:47)

Hallo
Danke, dass Sie den Mut gefunden haben sich bei uns zu melden, da man dazu großen Mut und viel Kraft braucht.
Aus Ihrem Brief können wir leider nicht entnehmen, ob Sie sich noch in Therapie befinden. Sie brauchen dringend regelmäßige Psychotherapie und vor allem auch psychiatrische Betreuung, um mit Ihren Spannungen umgehen zu lernen. Ein Krankenhaus Aufenthalt sollten Sie nicht als Bedrohung sehen, denn manchmal ist es unumgänglich, dass man eine stationäre Betreuung braucht. Während der Zeit im Krankenhaus könnten Sie gezielt Methoden lernen, um mit Ihrem selbstverletzenden Verhalten besser umzugehen lernen, und es besteht die Möglichkeit, dass Sie auch medikamentös eingestellt werden, sodass Sie wieder Erleichterung in Ihrem Leben erleben können.
Es ist wichtig, dass Sich jemand Sorgen um Sie macht, da Sie Unterstützung und Hilfe brauchen, und das ist kein Makel, sondern eine Notwendigkeit. Natürlich können Sie sich jederzeit wieder im Forum an uns wenden, und uns schreiben.
Alles Gute für Ihren weiteren Weg.

(INTAKT antwortet am 24.09.2015 um 12:38:29)

Schön, dass Sie sich noch mal melden.
Wir denken, dass es für die Beziehung zu ihrem Therapeuten sehr wichtig wäre, dass Sie ehrlich sind, denn die Therapiestunde ist ein absolut geschützter Rahmen, wo Sie sich sicher fühlen dürfen. Dort dürfe alle Ihre Ängste und Unsicherheiten ausgesprochen werden. Es wäre schön, wenn Sie ihre Befürchtungen von Konsequenzen, in die Hoffnungen zur Erleichterung Ihrer Ängste, umwandeln könnten. Sie brauchen momentan Unterstützung und Hilfe, und das ist ok so. In Ihrem Leben ist anscheinend einiges durcheinander geraten, und alleine ist es Ihnen momentan nicht möglich Ordnung zu schaffen. Erlauben Sie sich, mit Unterstützung von erfahrenen Fachkräften, wieder Gelassenheit, Sicherheit und Selbstvertrauen in Ihr Leben zurück zu bringen. Sie sind noch jung und dürfen noch viel verändern!
Viel Glück für Ihre weiteren Schritte.

(Erweiterung der Fragestellung am 22.09.2015 um 16:11:48)

Ich bin immer noch in Therapie aber nicht mal zu meinem Terapeuten bzw zu meiner Therapeutin kann ichb100% ehrlich sein, weil ich viel zu große Angst vor den Konsequenzen habe. Könnten Sie mir vielleicht verraten ob es Konsequenzen haben könnte? Ich bin 16 Jahre alt.

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