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BMI ~ 12, will es alleine schaffen

(Anonym fragte am 17.08.2015 um 17:28:34)

Hallo,

meine jüngere Schwester hat seit sie 12 Jahre alt ist Anorexie, jetzt ist sie 24. Sie war bevor sie 18 wurd3 2x stationär (auf einer allgemeinen Abteilung für Jugendliche, dort waren nicht nur Essstörungen). Mit dem Gewicht ging es immer so auf und ab. Vor 2 Jahren war es besonders schlimm, sie wollte aber auf keinen Fall eine stationäre Therapie machen, sondern meinte, dass sie es alleine schafft. Sie hatte schon einen Therapieplatz in Bad Aussee, ging dann aber nicht hin. Sie hat dann auch aus eigener Kraft und Willen zugenommen (mit Essen und zusätzlich Fresubin trinken schaffte sie es bis zum Normalgewicht). Seit einem halben Jahr geht es wieder bergab, ich denke dass sie im Moment nur noch einen BMI von 12 hat, was ja schon als lebensgefährlich gilt.
Sie geht in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen zum Hausarzt und zu ihrer Psychiaterin, ich glaube vor kurzem hat sie auch wieder mit Psychologin angefangen. Allerdings will sie auf keinen Fall eine stationäre Therapie machen, sondern bedeuert, es alleine zu schaffen.
Ich denke sie hat das nicht mehr unter Kontrolle und braucht Hilfe. Was kann ich tun????
Wenn ich mit ihr darüber rede wird sie aggressiv und blockt total ab. Vielleicht finde ich auch nicht die richtigen Worte. Ich denke sie will nicht ins Krankenhaus weil sie dort kontrolliert wird und essen MUSS. Sie sagt, dass sie zunehmen will, sie es aber es nicht schafft mehr zu essen (Bauchschmerzen, Völlegefühl, Schweißausbrüche). Ihr wurde von verschiedenen Seiten schon gesagt, sie sollte eine stationäre Therapie machen, aber sie lehnt es strikt ab.

(INTAKT antwortet am 18.08.2015 um 11:35:05)

Danke, dass Sie sich an uns wenden und uns Ihr Vertrauen schenken.
Berechtigter Weise haben sie große Sorge um Ihre Schwester. Leider können Sie außer mit den Gesprächen, die sie führen und dem Versuch, ihr zu helfen nichts weiter tun. Sie ist unter ärztlicher Aufsicht und bei ihrer Psychiaterin, und somit ist wenigstens diese Betreuung gegeben. Da ihre Schwester erwachsen ist, können Sie sie nicht zwingen, sich stationär behandeln zu lassen, allerdings verstehen wir Ihre Ängste und Sorgen um sie sehr gut! Als Schwester können sie immer wieder versuchen, mit ihr auf der Gefühlsebene zu sprechen, ihr zuzuhören, ohne etwas besser zu wissen und nachzufragen, welche Unterstützung sie von Ihnen brauchen könnte und einfach nur für sie da zu sein. Vielleicht auch immer wieder zu fragen „Was wünscht Du dir von mir?“.
Sprechen Sie mit Ihrer Schwester über Ihre Ängste und vielleicht können Sie ihr verständlich machen, was sie an Lebensqualität aufgibt, und auch, dass Sie als Schwester Angst haben, dass Sie sie durch ihre Krankheit verlieren könnten. Leider ist es so, dass der Widerstand umso größer wird, je größer der Druck aus der Umgebung ist. Deshalb gilt es liebevoll und achtsam im Umgang zu sein, und Ihre Schwester als Person mit all ihren guten Eigenschaften im Auge zu haben, und nicht nur ihre Krankheit.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Kraft auf dem schwierigen Weg und laden Sie als Schwester gerne ein, zu unserem Angehörigenabend zu kommen.
Der nächste findet am 9.9.2015, von 19 bis 21 Uhr statt (siehe homepage) statt. Sie können auch gerne zu einem persönlichen Beratungsgespräch kommen, oder sie schreiben uns wieder.

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