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Bulimie und familie

(Anonym fragte am 31.07.2015 um 13:46:18)

Hallo!
Ich habe seit fünf jahren eine essstörung, einmal mehr einmal weniger ausgeprägt. Seit 2-3 jahren steht dabei die bulimie im vordergrund, wobei ich alle 2-3 wochen einen richtigen fressanfall mit erbrechen und mehrmals wöchentlich \'kleine\' essanfälle ohne erbrechen habe. Meine eltern wissen es schon länger, dachten aber, dass es sich mittlerweile deutlich gebessert hätte und ich eigentlich gar keine fresssnfälle mehr habe. Vor 2 tagen sind sie jedoch leider dahintergekommen und meine mutter ist der meinung, dass sich die ganze sache nur bessern wird, wenn sie mir das studium (also jegliche finanzielle unterstützung) streicht und mich mit praktisch nichts vor die tür setzt. Meine frage: ist dieser lösungsweg wirklich sinnvoll oder vermute ich richtig, dass sich die bulimie dadurch wahrscheinllich nur verschlimmert, weil ich dann keine chance mehr habe, wieder in mein mittlerweile gut aufgebautes und zielorientiertes leben zurückzukehren?
Danke im voraus!

(INTAKT antwortet am 03.08.2015 um 15:40:14)

Vielen Dank, dass Sie sich an uns gewendet haben. Ihre Eltern sind mit der Situation scheinbar überfordert und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Was Sie brauchen, sind nicht Drohungen, sondern Unterstützung, damit Sie Ihren Weg aus der Essstörung finden. Sagen Sie Ihren Eltern, dass Sie konkrete Ziele in Ihrem Leben haben und dass Sie auf dem Weg sind, diese zu erreichen. Erklären Sie, dass Bulimie nicht bedeutet, den Kühlschrank aus Jux und Tollerei leer zu essen, sondern dass es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt, die behandelt werden muss. Nur „zusammenreißen“ funktioniert hier nicht, genauso wenig wie es bei anderen Krankheiten hilft, sich zusammenzureißen, und dass Sie genauso Hilfe brauchen wie jemand, der an einer anderen Krankheit leidet und einer Heilung bedarf. Nehmen Sie unbedingt Unterstützung in Anspruch!
Wir bei intakt bieten sowohl psychotherapeutische als auch ärztliche Hilfe und Begleitung für den Weg aus der Essstörung an, aber auch Beratung und Information für Angehörige, damit sie die an der Essstörung erkrankten Familienmitglieder besser verstehen können – in Form eines Beratungsgespräch oder in der Gruppe bei einem Eltern- und Angehörigenabend. Unterstützung und Information wäre sicher für Sie und Ihre Eltern hilfreich und wichtig. Wir wünschen Ihnen auf Ihrem Weg alles Gute!

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