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Mutter mit Bulimie (?)

(Anonym fragte am 28.07.2015 um 21:42:16)

Hallo!
Ich selbst, 17j w., leide seit einigen Jahren an ES. Zuerst war es leichte Magersucht, nach stationärer Behandlung ist es in Fressanfälle, mittlerweile in ein Mischmasch aus Fressanfällen, anorektischen Tagen und bulimischen Tagen bei eher höherem Normalgewicht übergegangen.
aber nun zu meiner eigentlichen Frage: Da ich ja selber ab und zu nähere Begegnungen mit dem WC habe kenne ich mich etwas aus und mir sind so einige Dinge bei meiner Mutter aufgefallen, durch die ich glaube zu wissen, dass sie sich des öfteren übergibt. Sie hat vor ca. einem Jahr nachdem sie einige Jahre immer weiter zugenommen hat mit Heißhungerattacken etc. begonnen abzunehmen, mittlerweile hält sie ihr Gewicht bzw. hat wieder ganz wenig zugenommen, ist jedoch noch immer schlank.
Wie soll ich am Besten reagieren?

(INTAKT antwortet am 30.07.2015 um 09:11:28)

Zuerst einmal danke, dass Sie sich an uns gewendet haben! Es ist gar nicht so einfach, die eigene Essstörung zuzugeben, und dann auch noch die (vermutliche) Essstörung der Mutter publik zu machen. Zum einen wäre es ganz wichtig, dass Sie sich selbst Hilfe holen, d.h. sowohl ärztliche Unterstützung als auch therapeutische Begleitung für Ihren Weg aus der Essstörung, damit Sie das Essen wieder genießen können und sich Essen weder verbieten noch in sich hineinstopfen, sondern nach Lust und Laune auswählen und mit gutem Gewissen und Genuss verzehren.
Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Mutter – sprechen Sie offen über sich und Ihre Probleme, sprechen Sie eventuell auch Ihre Beobachtungen an. Es ist oft so, dass selbst Betroffene die Anzeichen einer Essstörung bei anderen schnell erkennen können, deswegen wäre es auch wichtig, der Mutter z. B. zu sagen: \"Ich mach mir Sorgen um dich, denn ich weiß, dass ich auch Hilfe brauche.\" Ihre Mutter wird die Verantwortung für ihre eigene Erkrankung selbst übernehmen müssen und sich selbst um Hilfe und Unterstützung kümmern.
Oft ist ein längerer Weg nötig, um zu erkennen, was einen Menschen – einen selbst – ausmacht, und dass die schlanke Figur nicht das ist, was jemanden attraktiv, sympathisch und liebenswert macht. Die Liebe zu sich selbst ist dabei der erste wichtige Schritt, zu seinem eigenen Körper, der gepflegt, genährt und respektiert werden möchte. Wir wünschen Ihnen beiden alles Gute!


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