intakt Forum

zurück zur Übersicht

Angst vor Alleinsein mit der Krankheit

(Anonym fragte am 03.07.2015 um 22:17:48)

Liebes Intakt-Team!
Es braucht gerade jeglichen Mut in mir, mich hier mit einer Frage an euch zu wenden.
Der Sommer ist eine extrem schwere Zeit für mich, wird doch die Therapie wegen Urlaubs immer wieder mal unterbrochen. Diese Zeit macht wirklich Angst. Vor 2 Tagen begann der Urlaub meiner Therapeutin, die mich sonst immer sehr trägt und hält, die Regelmäßigkeit der Termine scheint sehr wichtig für mich zu sein. Jetzt allerdings fühle ich mich sehr allein. Ich hänge im luftleeren Raum, kann weder vor noch zurück. Es ist wie ersticken und hyperventilieren zugleich. Ich fürchte, dass ich die Urlaubszeit wohl kaum gut überstehen kann.
Ich denke an einfach nichts essen, in dieser zeit - nicht mal die vorgeschriebene, vermutlich niedrig gehaltene Menge pro Tag. Einfach ein paar Tage Diäten, Nulltage, die mich durchatmen lassen. Diese Leere in mir, ich mag sie wirklich.
Die Krankheit hingegen... ich will sie nicht.
Ich will die Krankheit, die für mich vermutlich keine ist, zumindest keine, die ich in mir trage, an sich schon los werden, bin allerdings sehr ambivalent. Ich kann die Krankheit in mir nicht sehen. Ich kann sie nicht akzeptieren. Wo nichts ist, ist natürlich auch nichts zu bekämpfen. Loswerden möchte ich sie vermutlich jedoch schon. Aber völlig ohne Gewichtszunahme. Das geht so gar nicht.
Ich finde meinen Umfang extrem, viel zu schwer fühle ich mich sowieso, weil ich es eben bin.
Ich wünsche mir sehr, jemanden völlig unbeteiligten, der mir sagt, ich wäre dünn. Aber wie soll das gehen, wo ich es doch einfach nicht bin.
Ich kann irgendwie so gar nicht reagieren, agieren noch weniger. Ich frage mich, wo all das hinführen soll. ich denke an AFM, an Mia, an alles, was ich nicht soll und nicht darf und finde gerade keinen Ausweg.

(INTAKT antwortet am 06.07.2015 um 11:41:15)

Zuerst einmal danke für Ihren Mut uns zu schreiben, damit tragen Sie die Last, die Sie verspüren nicht alleine. Indem Sie uns schreiben, agieren Sie, das muss auch anerkannt werden!Es ist verständlich, dass Sie den Sommer schwierig finden, weil oftmals einiges an Struktur wegfällt, z.B. auch durch Urlaub. Aber gerade das kann auch eine Chance sein - zum Innehalten, zum Reflektieren und über bisher Erreichtes Bilanz zu ziehen. Vielleicht ist es Ihnen sogar möglich, trotzdem die Zeit zu geniessen und mit eigener Struktur zu füllen. Sie könnten z.B. in der Zeit, wo Sie sonst Ihre Stunde haben, sich hinsetzen und sich selbst einen Brief schreiben, sich anerkennen, was bisher in der Therapie gut gelaufen ist oder eine Art Zusammenfassung schreiben über Ihre vergangenen Therapiestunden und diese dann nach dem Urlaub Ihrer Therapeutin zu geben.
Einen achtsamen Umgang mit sich selbst zu pflegen wäre doch ein schönes Ziel für die Sommertage. Seien Sie gut zu sich, verständnisvoll und vor allem geduldig. Bestrafen Sie sich nicht für Rückfälle, nehmen Sie diese nur als Vorfälle wahr und gehen Sie liebevoll mit sich und Ihrem Körper um - wie mit einer guten Freundin, der Sie wohlgesinnt sind, die Sie mögen und der Sie nur das Beste wünschen. Erlauben und erfüllen Sie sich Wünsche, für die unterm Jahr wenig Zeit ist, Aktivitäten, die Ihnen guttun und Ihnen helfen, zu entspannen - viele kleine Puzzlesteine wieder hin zum Gesundwerden.
Wir wünschen Ihnen eine erholsame Zeit, im Forum sind wir selbstverständlich für Sie da - den ganzen Sommer über!

weitere Fragestellung hinzuf�gen

Anmerkung: Aus Gründen der Sicherheit und um den Missbrauch des "intakt-Forums" zu verhindern, kann nur der- bzw. diejenige die Fragestellung erweitern, der/die auch die ursprüngliche Frage gestellt hat. Jedes Anliegen muss also mit einer neuen Fragestellung begonnen werden. Um die persönliche Fragestellung zu konkretisieren ist der zugewiesene Authentifizierungscode notwendig. Diesen erhalten Sie bei der erstmaligen Fragestellung. Jede Eintragung in das Forum bleibt anonym.