Publikationen

zurück zur Übersicht

OTS / Stadt Wien | 28/07/11

EssstörungsexpertInnen: Natürliche Schönheit statt irrealer Bilder

Utl.: Einschränkung von retouchierten Werbebilder aus gesundheitlicher Perspektive begrüßt

In Großbritannien muss der Kosmetikkonzern L´Oreal seine Werbekampagne mit retouchierten Bildern einstellen. Die Schauspielerin Julia Roberts und das Model Christy Turlington wurden durch Fotobearbeitung derart unrealistisch "schön" dargestellt, dass selbst die britische Advertising Standards Authority (ASA) die Bilder der Kampagne als irreführend bezeichnet.

Das Wiener Programm für Frauengesundheit begrüßt diese Entscheidung auch aus gesundheitlicher Perspektive. Geschönte und digital bearbeitete Bilder schaffen irreale Vorstellungen und unerreichbare Ideale in den Köpfen von jungen Frauen, Mädchen, Burschen und Männern. Unrealistische Abbildungen führen zu einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen und das wiederum zu einem negativen Körperbild und geringem Selbstwert. Psychische Erkrankungen wie Essstörungen und Depressionen können die Folge sein.

Digital retouchierte Bilder sind nicht als unschuldige Praxis anzusehen, sondern als Risikofaktoren für mögliche psychische Erkrankungen.

Wir begrüßen den Stopp der Kampagne als sehr guten Schritt in die richtige Richtung und sehen diese Entscheidung als einen guten Anfang und positives Beispiel, Bewusstsein für die gesundheitliche Problematik von retouchierten Bilder zu schaffen.

Wir hoffen, dass diese Entscheidung auch zu einem Umdenken bei österreichischen WerberInnen und Marketingverantwortlichen führt, kreative Werbung ohne digital geschönte Bilder zu schaffen.


Eine Stellungnahme des Wiener Programms für Frauengesundheit:
• ao. Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger
Frauengesundheitsbeauftragte und Leiterin des Wiener Programm für Frauengesundheit, Stadt Wien

• Mag.a Michaela Langer
Stv. Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit, Stadt Wien

Im Konsens mit (in alphabetischer Reihenfolge):

• Mag.a Maria Bernhart
Stellvertretende Leitung des Frauengesundheitszentrum FEM

• Christine Bischof
Leiterin der Hotline für Essstörungen in der Wiener Gesundheitsförderung


• Hotline für Essstörungen
in der Wiener Gesundheitsförderung

• intakt – Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen

• Elisabeth Jäger
Präsidentin der Österreichischen Adipositas-Selbsthilfegruppen

• Mag.a Rahel Jahoda
Psychotherapeutische Leitung von intakt – Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES)

• Univ. Prof. Dr. Andreas Karwautz
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des AKH Wien

• Mag.a Ulla Konrad
Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen

• Obesity Academy Austria (OAA)

• Univ. Prof. Dr. Günther Rathner
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES)
Obmann des Netzwerk Essstörungen

• Verband der Elternvereine der Höheren und Mittleren Schulen Wiens (Dr.in Christine Krawarik, Beirätin)

• Univ. Ass. Dr. Daniel Weghuber
Präsident der Obesity Academy Austria (OAA)

• OÄ Dr.in Sandra Weipert
Psychotherapiestation Pav. 2, Otto-Wagner-Spital

• Primar Dr. Peter Weiss
Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern

• Mag.a Hilde Wolf
Leitung des Frauengesundheitszentrum FEM Süd

• Hofrätin Dr.in Mathilde Zeman
Leiterin der Abt. Schulpsychologie-Bildungsberatung
Stadtschulrat für Wien

zurück nach oben
zurück zur Übersicht