Unser Angebot

Behandlungsablauf bei Erwachsenen

Kostenlose Information

Hier besteht die Möglichkeit, sich über die Behandlungsmöglichkeiten und den Behandlungsablauf im Therapiezentrum intakt zu informieren und auf Wunsch einen Termin für ein Erst- und Aufnahmegespräch zu vereinbaren.

Erst- und Aufnahmegespräch

Nach telefonischer Terminvereinbarung findet mit betroffenen Personen ein Erst- und Aufnahmegespräch statt.

In diesem Gespräch werden folgende Punkte geklärt bzw. darüber informiert:

  • Beratung und Information über das Behandlungskonzept und über die passenden Angebote des Therapiezentrums
  • eine erste Abklärung über die aktuelle psychosoziale Situation der Patientin
  • Klärung der Motivation und der vorläufigen Therapieziele der Patientin
  • Erarbeitung eines vorläufigen individuellen Therapieplanes
  • Bei Bedarf Empfehlung von ausgewählter Literatur über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen. Bei Bedarf Weitergabe von psychoedukativen Hinweisen.

Zum Abschluß des Erst- und Aufnahmegesprächs und nach dem sich die Patientin für einen Behandlungsbeginn entschieden hat, werden Termine für die ärztlichen Erstordinationen (Allgemeinmedizin und Psychiatrie) und die psychologische Diagnostik vereinbart.

Diagnostische Abklärung

Allgemeinmedizinische Ordinationen

Hierbei werden folgende Themen besprochen, Untersuchungen vorgenommen und Daten erhoben:

  • somatischer Status zu Beginn und am Ende der Behandlung
  • Verlaufskontrollen
  • allenfalls Einleitung weiterer notwendiger medizinischer Untersuchungen (z.B. Blutbefunde, CT, Knochendichtemessung, endokrine Untersuchungen)
  • bei Bedarf Zuweisung zur Fachärztin für Innere Medizin zur weiteren Abklärung eines eventuellen metabolischen Syndroms bzw. anderer schwerwiegender internistischer bzw. konsumierender Erkrankungen
  • genaue Analyse des jeweiligen Essverhaltens am Beginn und Ende der Behandlung,
  • Motivation zur Normalisierung des Essverhaltens und Erarbeiten entsprechender Änderungsschritte
  • Aufklärung der Patientin über essstörungsspezifische somatische Folgeerscheinungen und Komplikationen
  • Entscheidung darüber, ob die somatischen Voraussetzungen für eine ambulante Behandlung gegeben sind.
Psychiatrische Ordinationen

Haben zum Ziel:

  • ausführliche psychiatrische Diagnostik zur genauen Klassifikation der Essstörungsdiagnose und Abklärung zusätzlich vorhandener Komorbiditäten.
  • Erhebung des aktuellen psychiatrischen Status zur Beurteilung von Schwere, Häufigkeit und Genese des Störungsbildes, sowie des Bewusstseinszustandes und der kognitiven, sowie sozialen Situation der Patienten
  • auf Grund der erhobenen Befunde die Beurteilung, ob eine ambulante Behandlung für die Patientinnen möglich und sinnvoll ist,
  • in weiterer Folge, die Besprechung einer eventuellen zusätzlichen psychopharmakologischen Behandlung der Patientinnen
  • Einbeziehen von Informationen bezüglich Krankheitsanamnese und Ablauf bzw. Complianceverhalten bei Vorbehandlungen
Psychologische Diagnostik

Die Psychodiagnostik stützt sich auf eventuelle Vorbefunde, das Erst- und Aufnahmegespräch und testpsychologische Untersuchungen.

Clearingphase

Nach einer dreimonatigen Einstiegsphase, in der vor allem eine genaue Diagnostik (medizinische, psychiatrisch, psychologisch) erfolgt, findet eine ausführliche Fallbesprechung durch das Betreuungsteam (AllgemeinmedizinerIn, FachärztIn für Psychiatrie, PsychotherapeutIn) und die Überprüfung, ob die PatientIn die Kriterien für eine ambulante Behandlung in der Einrichtung erfüllt, statt. Weiters kann in dieser Phase eine weiterführende Diagnostik bei Verdacht auf Traumagenese des Störungsbildes erfolgen. Nach dieser Fallbesprechung wird der Behandlungsplan nochmals überdacht und allenfalls adaptiert. Bei Bedarf erfolgt die Überweisung der PatientIn an eine andere störungsspezifische Einrichtung oder Institution.

Therapieplan

Medizinische Behandlung
Allgemeinmedizinische Behandlung

Die Konsultation der begleitenden Allgemeinmedizinerin ist mindestens einmal im Quartal verpflichtend vorgesehen. Bei grenzwertigem Gewicht und/oder bedenklichen körperlichen Zustand erhöht sich die Frequenz der ärztlichen Kontrollen.

Psychiatrische Behandlung

Bei kontinuierlicher psychiatrischer Medikation bzw. entsprechender Diagnose (Traumafolgeerkrankung, Komorbiditäten) sind mindestens einmal im Quartal, in krisenhaften Situationen häufigere Kontrollen notwendig.

Internistische Behandlung

Eine zusätzliche internistische Behandlung ist bei Vorliegen internistischer Erkrankungen obligat. Bei kritischen internistischen Situationen in angemessenem Ausmaß.

Psychotherapeutische Behandlung

PatientInnen mit der Diagnose Anorexia Nervosa oder Bulimia Nervosa werden im Rahmen des Essstörungs-Moduls behandelt. Die Behandlung der PatientInnen mit der Diagnose Binge Eating Disorder findet im Rahmen des Turnus- und Peergroup-Moduls statt.

Essstörungs-Modul für PatientInnen mit der Diagnose Anorexia Nervosa und Bulimia Nervosa

Dieses Behandlungsmodul besteht aus folgenden psychotherapeutischen Maßnahmen:

  • Einzel- oder Gruppentherapie, veranschlagt für ein Jahr mit Möglichkeit, bei Bedarf ist ein weiteres Jahr anzuschließen
  • Gruppentherapie in der anschließenden Verfestigungs- und Abschlussphase, veranschlagt für ein Jahr
  • Bei spezieller Komorbidität zusätzlich Skills-Training

Skills-Training nach M. Linehan und M.Bohus speziell für Menschen mit Essstörungen. Frequenz: i.d.R. wöchentlich. Beschreibung: In dieser Gruppe finden Patientinnen Unterstützung und Anleitung, Fertigkeiten hinsichtlich innerer Achtsamkeit, zwischenmenschlicher Sicherheit, des Umgangs mit eigenen Gefühlen und Bewältigungsstrategien für Situationen mit enormer Spannung zu erlernen. Das Training findet parallel und verbunden mit der Einzeltherapie statt.

Turnus- und Peergroupmodul für PatientInnen mit der Diagnose Binge-Eating-Disorder (BED)

Dieses Behandlungsmodul besteht aus:

  • Einzeltherapie, veranschlagt für ein Jahr mit der Möglichkeit, bei Bedarf ein weiteres Jahr anzuschließen
  • Peer-Group im 14tägigen Intervall, TeilnehmerInnenanzahl 4-5 Personen mit psychotherapeutischer Begleitung.
  • Alle laufenden Peer-Groups treffen sich zweimal im Quartal in einer Großgruppe. Bei diesen Großgruppenveranstaltungen erhalten die Peer-Groups Input in Bezug auf medizinische Themen, psychologische Themen, Ernährung und Bewegung. An diesen Themen wird dann in den einzelnen Peer-Groups weiter gearbeitet.
  • Bewegungsgruppen und individuelle Bewegungsberatung
  • Psychoedukative, interaktive Vortragsveranstaltungen zweimal im Quartal
  • Gruppentherapie und Peer-Group in der anschließenden Verfestigungs- und Abschlussphase (Einzeltherapie nur mehr bei Bedarf), veranschlagt für ein Jahr

Dieses Behandlungsmodell verfolgt die Idee eines gemeinsamen Behandlungsbeginns und Behandlungsendes bzw. gemeinsamen Weitergehens im Prozess der Patientinnen

Modul für traumazentrierte Psychotherapie:

Dieses Behandlungsmodul wird für die EssstörungspatientInnen mit Komorbidität Posttraumatische Belastungsstörung (Traumafolgeerkrankung) angeboten und sieht Folgendes vor:

  • Einzeltherapie, mindestens einmal pro Woche, veranschlagt für ein Jahr
  • Skills Training

Skills-Training nach M. Linehan und M.Bohus speziell für Menschen mit Essstörungen. Frequenz: i.d.R. wöchentlich. Beschreibung: In dieser Gruppe finden Patientinnen Unterstützung und Anleitung, Fertigkeiten hinsichtlich innerer Achtsamkeit, zwischenmenschlicher Sicherheit, des Umgangs mit eigenen Gefühlen und Bewältigungsstrategien für Situationen mit enormer Spannung zu erlernen. Das Training findet parallel und verbunden mit der Einzeltherapie statt. Dieses „Traumamodul” wird im Behandlungsablauf bei Bedarf dem Essstörungs-Modul bzw. Turnus- und Peergroup-Modul vorgereiht.

Nachsorge

Um einen dauerhaften Therapieerfolg zu gewährleisten bzw. diesen weiter zu stabilisieren sieht das Therapiezentrum intakt nach Beendigung der ambulanten Behandlung folgende Nachbetreuung der PatientInnen vor:

  • Quartalsmäßige Wochenendseminare zur Unterstützung im Alltag und zur Weiterarbeit mit einzelnen therapeutischen Methoden
  • Zwei persönliche Nachgespräche nach ½ Jahr und nach 1 Jahr (fallführende Ärztin/PatientIn)
  • Jährliches Treffen der ehemaligen PatientInnen

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